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Jörg Berger: Meine zwei Halbzeiten

„Wir müssen uns gegenseitig unsere Geschichten erzählen“ forderte 1990 der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maiziere – als Beitrag zur Überwindung der deutschen Teilung.

Jetzt hat auch der Fußballtrainer Jörg Berger seine Geschichte erzählt – und die hat es in sich. 1979 nutzte der damalige Trainer der DDR-Auswahlmannschaft „U23“ ein Länderspiel im damaligen Jugoslawien, um in die Bundesrepublik zu flüchten. Hier machte er sich als Trainer einer Reihe von Bundesligamannschaften einen Namen. In seinem lebhaft und spannend erzählten Buch beschreibt Berger seinen Werdegang als Hoffnungsträger des DDR-Fußballs, aber auch die Atmosphäre der Einengung und der politischen Gängelung. Er lässt den Leser an den abenteuerlichen Umständen der Flucht genauso teilnehmen wie am Wechselbad der Gefühle, das mit dem Neustart im Westen verbunden war – und an der beklemmenden Erfahrung, wie weit der Arm der Stasi auch in den Westen reichte. Man sieht: Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall sind die Geschichten noch lange nicht zu Ende erzählt.


Jörg Berger, Meine zwei Halbzeiten. Ein Leben in Ost und West, Rowohlt Verlag, Reinbek 2008, ISBN 978 3 498 00654 9, 266 Seiten, 19,90 €

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