

Bisher galt das Internet als das Reich des Kostenlosen. In Sekundenschnelle kann man allerlei gewünschten Informationen bekommen. Doch tummeln sich auch immer mehr dubiose Geschäftemacher im Netz.
„Seit Beginn letzten Jahres ist nicht nur die Zahl der Internetfallen erheblich gestiegen, sondern auch die Gestaltung hat vielfältige Formen angenommen“, stellt Gabriele Francke, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin, fest. Früher wurden allerlei Tricks aufgewendet, um Dialer, kostenpflichtige Wählprogramme, auf den Rechnern zu installieren. Seitdem immer mehr Internetnutzer auf DSL umgestiegen sind, funktioniert diese Masche nicht mehr. Dafür gibt es nun neue. Da wird mit Gratis-SMS geworben oder einer Umfrage, mit der man die eigene Lebenserwartung errechnen kann. Klickt man diese Angebote an, dauert es oft nicht lange, bis man eine dubiose Rechnung im Briefkasten hat. Manchmal wird dann auch behauptet, man habe ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen. Bei den Verbraucherzentralen melden sich Monat für Monat rund 20.000 Internetnutzer, die in eine dieser Fallen getappt sind.
In diesen Fällen dienen die vermeintlich kostenlosen Angebote lediglich als Köder. Der Kostenhinweis ist bei der Anmeldung so gut versteckt, dass man ihn leicht übersehen kann. Diesen Haken entdecken die meisten Surfer erst, wenn sie die Rechnung erhalten. „Vorsicht ist geboten, wenn der Anbieter eines vermeintlich kostenlosen Angebots die Eingabe persönlicher Daten verlangt – das ist bei Gratisangeboten nicht nötig“, so Gabriele Francke.
Aber auch, wenn man sich auf einer Seite angemeldet hat, bestehen gute Chancen, sich gegen die Forderung zu wehren. Häufig wird man die Zahlung schon deswegen verweigern können, weil über den Preis nicht ausreichend informiert wurde. In jedem Fall besteht die Möglichkeit, den Vertrag zu widerrufen.
Es gibt hierzu auch schon erste Urteile. So gab das Landgericht München einer Internet-Nutzerin recht. Sie hatte nachweisen können, dass der Anbieter einer Website bewusst verschwiegen hatte, dass es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.