

Die meisten Kinder sind mächtig stolz, wenn sie in die Schule kommen. Um Rückenbeschwerden vorzubeugen, sollten sie einen passenden Schulranzen tragen. "Der Tornister darf nicht zu schwer sein und sollte gut sitzen", sagt Karin Wagemann, Ärztin beim AOK-Bundesverband. "Der richtige Ranzen schützt die Gesundheit des Kindes und sorgt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr."
"Schulranzen dürfen nicht mehr wiegen als zehn Prozent des kindlichen Körpergewichts", erklärt Dr. Wagemann. Ein 30 Kilo schweres Kind sollte also nicht mehr als drei Kilo tragen, denn der kindliche Rücken ist erst mit etwa zwölf Jahren ausgewachsen. "Wird er zu früh falsch belastet, kann das zu Schäden an der Wirbelsäule und zu Haltungsschwächen führen", erläutert die Ärztin. Sie empfiehlt auch, dass sich Kinder neben Schule und Hausaufgaben jeden Tag genügend bewegen sollten. "Insbesondere Bewegung zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur ist empfehlenswert, um die Wirbelsäule zu stützen", rät Dr. Wagemann.
Weiche Rückenwand
Wichtig ist auch, dass sich der Schulranzen dem Rücken des Kindes anpasst – und nicht umgekehrt. "Zum Tornisterkauf sollten Eltern ihre Kinder mitnehmen und sie anprobieren lassen", rät Dr. Wagemann. Gute Ranzen haben stufenlos verstellbare Tragegurte, die mindestens vier Zentimeter breit und gepolstert sind. Auch die Rückenwand sollte weich sein. So entstehen keine Druckstellen, und der Ranzen kann richtig eingestellt werden: Er sollte waagerecht auf dem Rücken sitzen und eng an den Schulterblättern anliegen. "Sind die Gurte zu lang, verlagert sich der Schwerpunkt des Gewichts und die Kinder gehen ins Hohlkreuz", erklärt Dr. Wagemann. Umgekehrt provozieren zu kurze Gurte einen Rundrücken.
Tornister immer auf dem Rücken tragen
Bei optimalem Sitz ragt der obere Rand des Ranzens nicht über die Schultern hinaus. "Wenn die Kinder unterwegs sind und sich umschauen, müssen sie freie Sicht haben", erklärt die Ärztin. Kinder sollten den Tornister immer auf dem Rücken tragen – und nicht in einer Hand oder auf nur einer Schulter –, damit die Belastung sich gleichmäßig auf beide Schultern verteilt. Eine erste Orientierung beim Kauf bietet das GS-Prüfzeichen DIN 58124. "Wenn der Tornister danach getestet ist, erfüllt er die Mindeststandards", sagt Dr. Wagemann. Das Zertifikat schreibt auch vor, dass die Außenfläche des Ranzens auf mindestens 20 Prozent der Fläche mit fluoreszierendem Material in Signalfarben bedeckt sein soll. So können andere Verkehrsteilnehmer die Erstklässler frühzeitig sehen.
Den Ranzen gemeinsam packen
Die meisten Leichtmodell-Ranzen wiegen leer nicht mehr als 1,2 Kilo. Aber da ist noch der Kinderwille: Der Teddy soll mit, die neuen Buntstifte und die große Trinkflasche wollen die Kinder ebenfalls mitnehmen. Schnell ist der Tornister randvoll. "Am besten packen Eltern den Schulranzen zunächst abends gemeinsam mit ihren Kindern", rät Dr. Wagemann. Hinein kommt nur, was wirklich gebraucht wird. "Besonders schwere Dinge können eventuell auch in der Schule bleiben."