

Die Zecken-Saison hat begonnen. Wer sich jetzt im Freien aufhält, ist vor den heimtückischen Angriffen aus dem Unterholz nicht sicher. Ärzte und Virologen warnen stärker als in den Vorjahren vor den Folgen von Zeckenstichen.
Gibt es deshalb aber schon eine neue „Zeckenplage“, wie in manchen Medien verbreitet? Sicher ist: der relativ milde Winter hat die Ausbreitung der Zecken gefördert. Unter 7 Grad sind die Tiere nicht aktiv. Da die Wintermonate aber vielerorts wärmer waren als sonst, konnten die Zecken relativ früh auf Wirtssuche gehen und sich schneller vermehren.
Zecken gehören zu den Spinnentieren. Sie sind Parasiten – d.h. sie brauchen Wirtstiere, um sich von deren Blut zu ernähren. Als Wirtstiere dienen diverse Vogel- und Säugetierarten, unter anderem auch Hunde – und leider auch der Mensch. Das Gefährliche an den Zecken ist, dass sie verschiedene Krankheitserreger übertragen.
Da sind zum einen die Viren, die die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen (auch Zecken-Hirnhautentzündung genannt). Die FSME beginnt mit grippeähnlichen Symptomen, unter anderem mit starken Fieberschüben. Gefährlich wird sie, wenn die Entzündung auf die Hirnhaut übergreift. Die Medizin kann hier bisher nur die Symptome behandeln, nicht die Krankheit selbst. In den allermeisten Fällen heilt sie nach einigen Monaten aus; es können aber Folgeschäden bleiben, z.B. Lähmungen. Ärzte raten daher zu einer Schutzimpfung. Sie wird derzeit von allen praktischen Ärzten durchgeführt.
Leider noch keine Impfung gibt es gegen die zweite von Zecken übertragene Krankheit, die Borreliose. Sie wird durch Bakterien ausgelöst. Wichtig ist, dass die Borreliose rechtzeitig erkannt und behandelt wird, weil sie ansonsten zu einer chronischen Krankheit werden kann, die zu starken mit Gelenkbeschwerden, aber auch einer Schädigung des Herzmuskels führen kann. Ein typisches Symptom ist die so genannte Wanderröte. Wenige Tage nach einem infizierenden Biss verfärbt sich die Haut rund um die Bissstelle. Diese Hautrötung kann dann „wandern“. Zumeist wird sie begleitet von Müdigkeit und Kopfschmerzen. Behandelt werden kann die Borreliose mit Antibiotika. Wird sie rechtzeitig erkannt, ist die Behandlung fast immer erfolgreich.
Wie kann man sich nun gegen Zeckenstiche schützen? Wichtig ist hier, dass einige landläufige Vorstellungen über Zecken falsch sind. Die Zecken fallen z.B. nicht von Bäumen. Sie können selten höher als einen Meter klettern. Sie bevorzugen Waldränder und Waldlichtungen in Laub- und Mischwäldern mit krautigem oder grasigem Unterwuchs. Ebenfalls beliebt bei Zecken sind Bachränder sowie Gebüsche und hohe Gräser an Wegrändern.
Wer sich also in den Sommermonaten gerne in Wald und Flur aufhält, sollte also auf die richtige Kleidung achten. Man sollte nach Möglichkeit nicht barfuß oder mit unbekleideten Beinen durch hohes Gras oder durchs Unterholz laufen. Anderenfalls sollte man ein waches Auge haben. Sich selbst, besonders aber Kinder sollte man beim Aufenthalt im Freien immer mal wieder auf festsitzende untersuchen. Die Tiere sollten dann umgehend entfernt werden - aber nicht, wie oft behauptet, „herausgedreht“; denn wird der Zeckenleib gequetscht, können die Krankheitserreger austreten und so in die Blutbahn gelangen. Nach Möglichkeit sollte man die Zecke mit einer Pinzette aus der Haut ziehen. Ebenfalls meiden sollten Sie die früher oft empfohlenen Mittel wie Öle oder Klebstoffe. Im Todeskampf der Zecke werden, wie auch beim Quetschen, verstärkt Krankheitserreger in die Wunde abgegeben. Die betroffene Hautpartei sollten Sie gleich danach desinfizieren.
Weitere Infos unter www.zeckeninfo.de