
Sparpolitik
Schwarz-Gelb in Berlin regiert nicht, sondern streitet. Wie sich FDP und CSU beschimpfen, hat mit der Demokratie nichts zu tun. Und das Sparbuch dieser Parteien nennt der schlechteste deutscher Außenminister aller Zeiten ausgewogen. Für die dumm hält Westerwelle die Menschen in Deutschland?
Tatjana und Kurt Krämer, Neuwied
Die Arbeits- und Sozialministerin Frau von der Leyen betont, sie habe erreicht, dass die Rentner beim Sparpaket verschont werden, weil sie nur auf die Rente angewiesen sind. Welche eine scheinheilige Erklärung! Wenn Bezieher von Arbeitslosengeld II der Zuschuss für die Rentenversicherung in Höhe von 40 Euro nicht mehr erhalten, dann ist das ein gigantischer Verschiebebahnhof zu Ungunsten der Rentenversicherung und zu Lasten der Kommunen. Uns Rentnern wird ein dauernder Schuldenrucksack aufgebürdet. Auf Jahrzehnte soll es nur noch Nullrunden und damit geringere Renten geben. Unser Protest ist solidarisch mit den Arbeitslosen. Zu fordern ist die Bereitstellung fehlender Mittel aus dem vagabundierenden Kapital der Finanzspekulanten. Hier soll die Regierung endlich handeln.
Manfred Fischer, Bestensee
Werk Chemnitz
Ich bin seit 44 Jahren Mitglied der Gewerkschaft und seit einem Jahr Rentner. Über 38 Jahre war ich als Werkstätteneisenbahner im AW Chemnitz bei der Diesellokreparatur beschäftigt. Die Werkstore schlossen sich für mich am 30. November 2002, als mein betrieb auf etwa 150 Beschäftigte „heruntergefahren" wurde. Bitte glauben Sie mir, es lässt mich auch in der Gegenwart nicht kalt, was bahnpolitisch in meiner Geburtsstadt Chemnitz und Umgebung abläuft und bisher vom Bahnkonzern vernachlässigt wurde! Ich hoffe nur und wünsche mir, dass im 175sten Jahr der deutschen Eisenbahn eine merkliche Wende zum Besseren durch die neue Führung der DB AG geschieht!
Winfried Herold, Chemnitz
Kopfpauschale
Sollte die Kopfpauschale ab 2011 kommen, dann bitte auch für die, die von Steuergeldern leben, bis hin zum Minister und zum Kanzler. Warum nur Arbeitnehmer und Rentner, das Gesundheitswesen braucht doch alle!?
Rudi Kremser, Schwedt/Oder
Ost-West-Problematik
Auch bei der ehemaligen Deutschen Bundesbahn und auch den anderen Unternehmen in den alten Bundesländern wurde und wird noch immer gearbeitet und man bekommt die Renten nicht fürs Nichtstun. Rund 20 Jahre nach der Wiedervereinigung und rund 16 Jahre nach der Privatisierung der deutschen Reichsbahn/Bundesbahn sollten die Diskussionen um das Thema „die kriegen aber mehr als wir" endlich ein Ende haben.
Armin Dogin, Peine
Anglizismen
In der inform-Ausgabe vom Mai stand auf Seite 27 ganz groß „equal pay day". Weil mir das auf den ersten Blick nichts gesagt hatte, blätterte ich erst einmal weiter. Erst später erkannte ich, dass es sich um die berechtigte und notwendige Forderung nach gleichem Lohn für Frauen handelte. Schade, dass eine so wichtige Angelegenheit und Aufgabe mit einer banalen und nichtssagenden Aneinanderreihung von englischen Worten verramscht wird wie ein billiges Produkt der Kommunikationsbranche oder wie minderwertige Klamotten in der Fußgängerzone.
Tilmann Gruner, Stuttgart
Erscheinungsbild der inform
Ich möchte mal meinem Unmut "Luft" machen, und zwar über das Layout im inform-Magazin unserer TRANSNET. Dieses bunte und heillose Durcheinander im Heft gefällt mir gar nicht und ist m.E. unprofessionell. Es ist von den o.g. Fotos und Grafiken viel zu viel auf eine Seite platziert. Das lenkt ungeheuer vom Wichtigsten ab, nämlich vom Text. Eine alte Erfahrung zu diesem Thema: je mehr das Auge erblickt, desto weniger wird die Einzelheit wahrgenommen. Ist das die Absicht? Also auch hier bei Euch: Weniger ist bedeutend mehr!
Ewald Urban, Geesthacht
Ich wollte mal ein Lob für unsere Gewerkschaftszeitung anbringen. Die Titelseiten gefallen mir immer ganz hervorragend sie treffen immer den Punkt. Besonders die letzte mit dem Eurolöscher war prima. Weiter so und vielen Dank.
Klaus Witte (per Mail)
"Tarifkommission beschließt: BranchenTV durchsetzen"
Der Wettbewerb im SPNV wurde von Anfang an über die Lohntüte der "kleinen Eisenbahner" entschieden. Geschäftsmodelle auf der Basis von Niedriglöhnen aber sind sittenwidrig und dürften in einer Marktwirtschaft, deren sozialer Anstrich nur noch Makulatur ist, nicht geduldet werden. Dass diese schändliche Art des Kapitalismus in vielen Bereichen der Wirtschaft bereits gesellschaftsfähig geworden ist, stellt für den sozialen Rechtsstaat ein Armutszeugnis dar. Millionen von Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor erhalten bereits als sog. "Aufstocker" Arbeitslosengeld II. Von der jetzigen Regierung sind Änderungen nicht zu erwarten, daher müssen die Gewerkschaften sich an die Spitze einer Protestbewegung gegen diese neoliberalen Machenschaften stellen. Lohnquote nach unten, Gewinnquote nach oben, dieser Trend kann nur durch politischen Kampf durchbrochen werden, notfalls mit Streikmaßnahmen aller gesellschaftlich relevanten Gruppen. Oder sollte Tucholski mit seinem philosophischen Ausspruch recht behalten: Tief in uns schlummert der Knecht?
Manfred Pietschman (per Mail)
"Solidarische Krankenversicherung statt Kopfpauschale"
Endlich mal ein Artikel, der gut und übersichtlich für alle verständlich geschrieben ist. Das was die stellvertretende Vorsitzende Regina Rusch-Ziemba sagt, entspricht der Realität - also Regina, weiter so. Hoffentlich begreifen unsere Mitglieder das. Die heutige Regierung muss endlich begreifen, dass die Gewerkschaften sich das nicht mehr gefallen lassen. Weg mit der Kopfpauschale. Es betrifft uns alle. Ob Arbeitnehmer, Beamte, Rentner oder Pensionäre. Hoffentlich beteiligen sich auch alle an den Aktionen der TRANSNET und des DGG.
Walter Mahrt, Hamburg
20 Jahre deutsche Einheit
Ich bin 65 Jahre Gewerkschaftsmitglied, davon habe ich 47 Jahre bei der Deutschen Reichsbahn gearbeitet. Wir als alte Gewerkschaftsmitglieder haben uns das Jahr 1989 mal anders vorgestellt. Warum werden wir anders behandelt als Eisenbahner in den alten Bundesländern? Auch wir haben unsere Pflicht getan und werden jetzt so betrogen. Ich bin inzwischen 80 Jahre alt und habe die Hoffnung auf etwas mehr Ehrlichkeit verloren. Meine Meinung ist, dass unsere gewählten Volksvertreter das gesamte Thema DR-Rente biologisch lösen wollen, denn das wird billiger und man hat wieder Geld für Diäten und Sanierung der Banken. Über die Wende sind wir froh und möchten die DDR-Zeit um nichts in der Welt zurück, aber es hätte nach 1989 etwas gerechter zugehen müssen.
Günther Liepe, Brandenburg/Havel
AV DR
Als die Privatbanken in Schwierigkeiten gerieten, hat der Staat gleich mehrere 100 Milliarden rübergereicht. Also ist Geld da, nur mit der Verteilung hapert es ein bisschen. Macht es nicht wie mit den Ostarbeitern - als nur noch wenige lebten, wurde etwas Entschädigung gezahlt. Unsere Reihen haben sich bedenklich gelichtet, täglich werden es weniger. Damit wir nicht falsch verstanden werden: Wir wollen keine zusätzliche Rente, sondern unsere Altersversorgung, die wir in mehr als 40 Jahren in kleinen Häppchen von unserem Verdienst im Voraus bezahlt haben.
Helmut Lauterbach, Schulzendorf
DB AG
Dass die DB AG eine Rolle rückwärts in der Bezeichnung bestimmter Bereiche durchführt, ist ein Stück Zukunft für das Unternehmen Zukunft. Denn bei der Übernahme aus dem Englischen geht nicht nur immer mehr an deutscher Sprache flöten und somit eine Scholle Heimat, sondern auch ein Stück Selbstbewusstsein. Dem entgegen zu wirken, dürfte sich also lohnen. Und deshalb finde ich dieses Handeln vorbildlich, nachahmenswert und unterstützungswürdig von Seiten der TRANSNET.
Lutz Schönmeyer, Dessau-Roßlau
Die Deutsche Bahn hat den Zuschlag erhalten für eine Schienennetz-Planung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dies zeigt doch, welch hohes Ansehen unsere Bahn in der Welt genießt. Da muten schon die aktuellen, vornehmlich technischen Probleme, die in letzter Zeit im Nah- und Fernverkehr aufgetreten sind, schon etwas sonderlich an. Stärker als der Fernverkehr ist der Regionalverkehr davon betroffen, weil letzterer Ländersache ist, die bekanntlich einen sehr engen finanziellen Spielraum haben. Eine große Auszeichnung ist es schon, bei einem so lukrativen Projekt berücksichtigt zu werden, denn dies öffnet unserem Unternehmen auch für Folgeprojekte die Türen.
Adolf Trepesch, Neunkirchen/Saar
Inform 2 / 2010
Die klaren Worte unseres Vorsitzenden Alexander Kirchner in der letzten Ausgabe sind sehr wohltuend, weil sie verdeutlichen, dass unsere TRANSNET einen inzwischen deutlich kritischeren Kurs gegenüber dem Management der Bahn-Group einschlägt. Dies ist lange Zeit in Funktionärskreisen, vor allem aber bei vielen Mitgliedern vermisst worden. Ähnliches müsste auch von den Betriebsräten so verfolgt werden. Nicht Abnicken, sondern Gegensteuern ist angesagt. Und was ganz besonders wichtig ist: Die Haltung von TRANSNET muss in der Öffentlichkeit deutlich gemacht werden.
Dieter Langendorf, Kelkheim
Herzlichen Dank für die Titelgeschichte der jüngsten inform. So wünsche ich mir meine TRANSNET. Auch wenn die Auseinandersetzung mit einem Klassenkämpfer von oben wie Westerwelle noch klarer ausgesprochen werden könnte. Der Weg ist richtig. Ich wünsche mir, dass TRANSNET öfter in dieser Form klare Stellung auch zu politischen Fragen bezieht.
Stefan Gehrcke, Düsseldorf
Zum Interview mit Rüdiger Grube (inform 1/2010)
Es macht Freude, das Interview mit dem neuen Bahnchef zu lesen. Allerdings geht es ihm auch wie seinen Vorgängern nach der Bahnreform des Jahres 1994. Einen "Webfehler" des Allgemeinen Eisenbahn-Gesetzes werden nur Nichteisenbahner
entdecken Können. Die Bahn ist nicht so einfach vergleichbar mit anderen Verkehrsträgern, denn sie ist ein System, zurecht genannt "Rad-Schiene-System. Der Gesetzgeber wollte ganz bewusst keine Aufteilung der Verantwortung in Schieneninfrastruktur und Fahrzeuge, sondern hat die Gesamtverantwortung systemgerecht in eine Hand gelegt. Dieser Verantwortung sind sämtliche Vorstände seit 1994 nicht gerecht geworden, weil sie diese Bahn nicht verinnerlicht haben, sondern das Unternehmen anderen Verkehrsträgern gleichgesetzt haben. Die Entwicklung von Fahrzeugen- von der Blaupause bis zum Prototyp- gehört wieder in die Hände von Eisenbahningenieuren! Forschung und Entwicklung, aber auch die geübte Wettbewerbspraxis gehören schleunigst auf den Prüfstand, wenn das System nicht weiter Schaden nehmen soll.
Manfred Pietschmann (per Mail)
Gesundheitsreform
Für wie dumm will man hier die mündigen Versicherten eigentlich verkaufen? Aus sozialen Gründen wird der Versichertengemeinschaft mehr Geld aus der Tasche gezogen? Diesen Politikern ist gar nichts mehr heilig und auch nichts peinlich, nur noch den Arbeitnehmer und Rentner abzuzocken. Wenn sich die angekündigte Reform des Gesundheitswesens ausschließlich in einseitigen Beitragserhöhungen für Arbeitnehmer Leistungseinschränkungen für Kassenpatienten verliert, wird es Zeit für deutliche Kurskorrekturen. Hier will man uns allen den Geldhahn zudrehen. Da dieses alles nur die Arbeitnehmer und Rentner betrifft, wird es im Gesundheitswesen immer schlechter. Da die TRANSNET eine politisch orientierte Gewerkschaft ist, muss von Seiten der TRANSNET zusammen mit dem DGB Druck auf die Politik gemacht werden. Die im DGB zusammengeschlossenen Gewerkschaften müssen viel radikaler vorgehen und nicht pflaumenweich. Der DGB hat das Kämpfen verlernt und muss öfter auf die Straße gehen. Der Gesundheitsminister muss weg.
Walter Mahrt, Hamburg
20 Jahre deutsche Einheit
Ich bin 65 Jahre Gewerkschaftsmitglied, davon habe ich 47 Jahre bei der Deutschen Reichsbahn gearbeitet. Wir als alte Gewerkschaftsmitglieder haben uns das Jahr 1989 mal anders vorgestellt. Warum werden wir anders behandelt als Eisenbahner in den alten Bundesländern? Auch wir haben unsere Pflicht getan und werden jetzt so betrogen. Ich bin inzwischen 80 Jahre alt und habe die Hoffnung auf etwas mehr Ehrlichkeit verloren. Meine Meinung ist, dass unsere gewählten Volksvertreter das gesamte Thema DR-Rente biologisch lösen wollen, denn das wird billiger und man hat wieder Geld für Diäten und Sanierung der Banken. Über die Wende sind wir froh und möchten die DDR-Zeit um nichts in der Welt zurück, aber es hätte nach 1989 etwas gerechter zugehen müssen.
Günther Liepe, Brandenburg/Havel
Eisenbahnerwohnungen
Es wird in den Häusern, wo nur Mieter sind, seit langem nicht mehr investiert. Treppenhäuser verkommen und vieles andere auch. In manchen Fällen wird auch in den Betriebskosten umgelegt, was nicht zu den Betriebskosten gehört, und man muss aufpassen, dass zu viel gezahlte Betriebskosten wieder erstattet werden. Die Miete wird oft an die Höchstgrenze des Mietspiegels angepasst. Das Geld, das eingenommen wird, geht überwiegend zu den nimmersatten Heuschrecken. Hier muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. TRANSNET und BEV müssen dafür sorgen, dass das Geld in Deutschland bleibt. Wenn nicht mehr investiert wird, muss dafür gesorgt werden, dass es zu einem Mietenstopp kommt. Schuld am Verkauf der ehemaligen Eisenbahnerwohnungen sind die ehemaligen Bundeskanzler Kohl und Schröder. Wir haben den sozialen Wohnungsbau durch unsere Steuern erst möglich gemacht und jetzt zahlen wir zum zweiten Mal! Fort mit den Heuschrecken! Hände weg von unseren Wohnungen, sonst gibt es Krach!
Walter Mahrt, Hamburg
Jobticket/Freifahrten - zum Brief von Georg Kulecki (Ausgabe 1/10)
Der Kollege Georg Kulecki hat das geschrieben, was der Wahrheit entspricht. Die Jobtickets sind der Meinung des Bahnkonzerns nach ein Bettelgeschenk. Die ehemaligen Reichsbahner haben für Nasenpopel geschuftet, als Ausgleich gab es wenigstens die Freifahrt. Viele Strecken im Bundesbahnabschnitt waren tabu mit dem Jobticket. Dann der Hammer: Noch nicht einmal Alte und Sehbehinderte werden am Schalter bedient. Und da ich nicht betteln wollte, bestellte ich dieses Geschenke-Ticket ab. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Wohltäter im Alter ihre Gesundheit behalten.
Edith Fürste, Schönebeck
Ich kann Herrn Kulecki zu seinem Leserbrief vom Januar 2010 nur danken, das endlich mal einer das Thema Fahrvergünstigungen anspricht. Ich bin der Meinung, dass auch hierzu unsere Gewerkschaften die Situation verkannt haben, denn hier wären sie gefragt und hätten sich von Anfang an stark machen müssen. Es hätten von Anfang an keine Strecken abgegeben werden dürfen, ohne dass die Fahr-vergünstigungen beeinträchtig werden dürften. Das hätte zur Bedingung gemacht werden müssen.
Wilhelm Weber, Wildeck
DB AG
Es ist wichtig, dass die Deutsche Bahn AG mehr auf ihr Erscheinungsbild achtet. Dass es dennoch zu wetterbedingten Ausfällen kommen kann, liegt an den natürlichen Ursachen. Deshalb ist es wohl besonders wichtig, nicht für noch mehr Negativschlagzeilen zu sorgen, indem man Jugendliche ohne Fahrausweis aus dem Zug weist. Das sollte auch bei Erwachsenen der Fall sein, die begründet zu keinem Fahrausweis kommen konnten. Damit die Bahn AG jedoch nicht auf den anfallenden Kosten sitzen bleibt, sollte in allen Fällen eine Nachzahlung angewiesen werden. Ich denke, dass das auch der Umgang ist, der der DB AG Kunden sichert. Und darum sollte daran gearbeitet werden.
Lutz Schönmeyer, Dessau
Verkehrspolitik
Welch ein Zufall, nochmals aus der Wochenzeitung „Die Zeit" vom 15. 11. 1991 den Artikel „Im Namen des Volkes" mit der nachfolgenden Passage nachzulesen: „Die Lobby pro Auto und Straße kann sich heute ruhig zurücklehnen. Ihr Geschäft wird bestens bestellt und nachdrücklich befördert - trotz den wachsenden Probleme massenhaften Autoverkehrs, Verkehrslärm, Unfallopfer, Energieverschwendung, Waldsterben und Treibhauseffekt, Staus sowie Stadt- und Landzerstörung können immer noch keine Trendwende auslösen, denn die erdrückende Überzahl von Politikern, Ministerialen, Unternehmenschefs und Bürgern ist gefangen im System Auto und kann nicht heraus." Und heute? Das Verkehrsproblem ist total an die Wand gefahren. Sehr, sehr vieles muss da hie wie auch global koordiniert werden. Lobbyismus und profitable Interessenpolitik sind unbedingt zu minimieren. Auch auf vielen anderen Gebieten ein Berg von Problemen, trotz Verknappung von Ressourcen und Rezession. Der Stabwechsel in den USA ein Lichtblick. Das Gedenken an den Mauerfall vor 20 Jahren, hoffentlich ein Ansatz für ein neues Miteinander. Merke: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Karl Jesgars, Hofgeismar
Neues Entgeltsystem
"Das neue Tarifvertragswerk berücksichtigt dabei stärker Qualifikation, Erfahrung, Belastung, Verantwortung und Leistung der Beschäftigten, was mit dem Abschluss einer neuen Entgeltstruktur des KonzernETV zum 12. März 2009 bereits vorgenommen worden ist." So heißt es in der November-inform. Davon habe ich nichts gemerkt. Die Hoffnung darauf hatte ich vorher im Kreise meiner Vorgesetzten öfter laut geäußert. Eine gewisse Ahnungslosigkeit und die Äußerung von Hilflosigkeit war ständig die Antwort. "Ich weiß..." "Ich würde gern...", bekam ich nicht nur einmal zur Antwort. Letztendlich wurde wahrscheinlich nicht nur ich vor vollendete Tatsachen gestellt, die da hieß: "Matrixgerechte Umgruppierung". Zu gut deutsch: "Alles bleibt, wie es war."
Über gute bis sehr gute mündliche und schriftliche Bewertungen meiner Leistungen durch Teamleiter und personalverantwortliche Abteilungsleiterin kann ich mich nicht beklagen. Nur wirkt sich das leider seit Jahren nicht monetär aus.
Roberto Koschmidder, Schwerin
Lärmschutz
Es wäre sicher sinnvoll, die Abstellungen von Leerwagen produktiv zu nutzen. Während der Abstellungen könnten die Wagen auf Kunststoffbremsklötze umgerüstet werden, damit sie spürbar leiser werden.
Rainer Bohnet, Bonn
JobTicket
Die Mitarbeiter der staatlichen Verkehrsunternehmen Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn haben darauf vertraut, dass sie, wie es innerdienstliche Bestimmungen und Vorschriften verhießen, auch im Alter auf dem staatlichen Streckennetz Fahrvergünstigungen genießen werden. Von den Bundesländern werden neuerdings vermehrt Verkehrsleistungen und Bundeszuschüsse an nicht-bundeseigene Verkehrsunternehmen vergeben. Während die DB AG den Senioren Vertrauensschutz gewährt, erkennt die Mehrzahl der auf dem staatlichen Streckennetz verkehrenden nichtbundeseigenen Bahnen die vergünstigten Fahrscheine nicht an. Mit jeder neuen Vergabe von Verkehrsleistungen an solche Unternehmen werden die Senioren Schritt für Schritt um Früchte ihrer Lebensleistung gebracht und vom Staat als ehemaligem Arbeitgeber bzw. Dienstherrn im Stich gelassen. Es erhebt sich die Frage: Warum wird die Gewährung von Bundeszuschüssen für Verkehrsleistungen im Personenverkehr nicht an die Bedingung geknüpft, am Freifahraustausch zwischen allen Verkehrsunternehmen teilzunehmen?
Georg Kulecki, Berlin
Verschmelzung TRANSNET/GDBA
Wahrlich eine gute Nachricht, die Anfang November durch die Medien ging, dass TRANSNET und GDBA, die beiden großen Bahngewerkschaften, sich zu einer Gewerkschaft zusammenschließen wollen. Denn ein Miteinander z.B. bei Tarifverhandlungen - wie es schon praktiziert wird - ist von mehr Erfolg gekrönt, ja effektiver für die Arbeitnehmer als ein Nebeneinander. Auch die Mitgliedschaft der TRANSNET über den DGB im Europäischen Gewerkschaftsbund und in der Europäischen Transportarbeiterföderation (ETF) spielt bei dem Zusammenschluss im Hinblick auf Europa eine wichtige Rolle.
Adolf Trepesch, Neunkirchen
Ich begrüße ausdrücklich die Gründung einer Verkehrsgewerkschaft. Allerdings fehlte mir die Befragung der Mitglieder von TRANSNET und GDBA und Debatte mit ihnen vor den Beschlüssen im Oktober. Eine umfassende Debatte hätte schon im Vorfeld viele Fragezeichen zur Vereinigung ausräumen können. Ein Austritt aus dem DGB führte z.B. bei vielen TRANSNET-Mitgliedern sicherlich zu Austrittsüberlegungen. Das Gleiche gilt für den GDBA beim DBB-Austritt. Die GDL steht hier schon in den Startlöchern.
Frank Janouschek, Rackwitz
Sehr geehrter Herr Kirchner, in Ihrem Vorwort zur inform sprechen Sie an, was mich schon jahrelang als GdED-Mitglied geärgert hatte: dass zwei große Gewerkschaften, die ziemlich die gleichen Interessen verfolgen, nicht zusammen gefunden haben. Die Anfeindungen der früheren Jahre gingen mir dermaßen gegen den Strich, dass ich mich oft fragte „Bin ich noch in der richtigen Gewerkschaft?" Nun sieht es so aus, als wenn die beiden sich annähern; dies wäre mein größter Wunsch, es noch zu erleben, dass GdED und GDBA sich zusammenschließen könnten, dann könnten die beiden gestärkt auftreten.
Helmut Englert, Laufach
Busse und Bahnen
Ja, die Schiene führt in der Politik immer noch zu sehr ein Schattendasein. Dieses Schattendasein führt allerdings auch der Bus in unserer Gewerkschaft. Gerade im regionalen Busverkehr tobt ein zunehmender Wettbewerb. Dieser Wettbewerb wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Denn Personalkosten stellen einen entscheidenden Faktor dar. Qualität und Innovation von Leistungen, aber auch Leistungen wie Ausbildungsplätze und anderes spielen dabei immer weniger eine Rolle. Im Zusammenhang mit der am 3. Dezember 2009 in Kraft tretenden EU-Verordnung 1370/07 und der sich daraus ergebenden Novellierung des Personen-beförderungsgesetzes besteht die Möglichkeit, hier mehr für die Arbeitnehmer zu tun. Nur wenn unsere Gewerkschaft dies eindringlich einfordert, haben wir eine Chance, Veränderungen zu erreichen.
Alexander Möller, Mainz
Krise im Güterverkehr
Dass auch im Güterbereich durch die Wirtschaftskrise Arbeitsstellen bedroht sind, ist nachvollziehbar. Aber muss ein solches Szenario wirklich sein? Wäre es nicht vorausschauender, jetzt auch in den Wagenpark zu investieren, um mit größerer Transportkapazität mehr Güter von der vielbelasteten Straße auf die Schiene zu holen und damit gleichzeitig für die Zeit nach der Krise gerüstet zu sein?
Lutz Schönmeyer, Dessau
Deutsche Annington
Euer Artikel trifft den Nagel auf den Kopf, der Begriff „Mieter sind unzufrieden" ist allerdings zu weich formuliert. Seit dem Verkauf ist der Service dieses Unternehmens, das sich allen Ernstes mit dem Slogan brüstet, „Schön hier zu wohnen", auf Null gesunken. Da wird z.B. mehrmals die Bestellung von Heizöl vergessen, die Mieter sitzen im Kalten, Anruf zwecklos, ein Anrufbeantworter fragt, was man möchte. Schreiben und Beschwerden werden nicht beantwortet. Einsprüch z.B. gegen Nebenkostenabrechnungen werden negiert. Die Bitte an TRANSNET: Nehmt mit den Verantwortlichen Kontakt auf, damit sich diese Zustände ändern.
Peter Görlach, Rosenheim
Anm. d. Red.: Zum Thema Deutsche Annington und zum Artikel „Mieter sind unzufrieden" (inform 7/09) hat uns eine Reihe von Briefen und E-Mails erreicht. Wir haben sie jeweils an die zuständigen Servicebüros weitergeleitet.
JobTicket
Die Regelung, wonach auf Strecken mit DB- und NE-Fahrten nur die DB-Leistungen nutzbar sind, zeigt leider, dass die Illusion eines „intramodalen Wettbewerbs" im ÖPNV/SPNV nicht nur Politikern, sondern auch desorientierten Betriebswirten zu Kopfe gestiegen ist: obwohl es für zahlende Gäste längst so etwas wie Verkehrs-verbünde gibt; obwohl seit 1996 die Definition der Leistungen eindeutig Sache der Länder und nicht der VU ist; obwohl in England gerade die Konservativen als Urheber des Privat-Chaos für Gebietsmonopole, also Verbünde, sind; obwohl in der Schweiz der Systemverbund der traditionell zahlreichen, formell und organisatorisch getrennten VU chaosfrei, einheitlich und ohne Systembrüche funktioniert. Da hilft nur, den Freifahraustausch zwischen allen (!) VU vollständig herzustellen. Schienen-verkehr muss flexibel nutzbar bleiben: Das forderten Pkw-Nutzer schon lange - und das verträgt weder Zugbindung noch Bindung an ein bestimmtes VU.
Bernhard May, Düsseldorf
9. November 1989
Am 9. November 1989 wohnte ich in Lübeck und war am Bhf. Lübeck als Vertreter auf G- bis G-12-Posten tätig. Der 9. November war m. E. ein Donnerstag. Mitarbeiter, die in Schlutrup wohnten, berichteten schon am nächsten Tag, dass um 22 Uhr am Freitagabend bereits lange Schlangen von Trabis und Wartburgs die Grenze in Ost-/Westrichtung befuhren. Am Sonnabend setzte auch der Ansturm auf die Züge ein. Die beiden planmäßigen Züge reichten nicht mehr aus. Aufgrund dessen, dass ich die Mitarbeiter vom Bhf. Herrnburg vom Telefon her kannte und dass ich viele Lok- und Zugführer der DR persönlich kannte, hatten wir sehr schnell Sonderzüge zusammengestellt, um die Menschenmassen befördern zu können. Die Züge waren so voll, dass sie wegen der Überlast nur mit 40 km/h fahren durften. Dafür, dass mein Leiter - der sehr flexibel war - und ich dieses eigenmächtig organisiert hatten, bekamen wir dann noch eine Rüge vom Wagendienst der BD Hamburg. Wir machten dennoch weiter. Es war eine sehr schöne Zeit. Wir machten alle Überstunden, weil es einfach Freude machte, dieses zu erleben.
Hans-Otto Wilde, Mölln
S-Bahn Berlin/ DB AG
Die gegenwärtigen, katastrophalen Verhältnisse im Verkehr der S-Bahn Berlin GmbH erinnern stark an die britischen Zustände nach deren Bahnprivatisierung. Der Auftrag der Bahn lautet aber nicht hauptsächlich Erwirtschaftung börsentauglicher Renditen, sondern eine nachhaltige und kostengünstige Erbringung von Verkehrs-dienstleistungen im Interesse der Fahrgäste und der Wirtschaft. Ich begrüße die Forderung der TRANSNET nach lückenloser Aufklärung sämtlicher Vorgänge, meine aber auch, dass für die Verantwortlichen dieser Misere spürbare Konsequenzen die Folge sein müssten. Gegenwärtig geht es aber darum, auch vor dem Hintergrund internationaler Veranstaltungen in Berlin, das ÖPNV-System zu stabilisieren, indem die volle Betriebsfähigkeit der S-Bahn Berlin GmbH, so wie von TRANSNET gefordert, durch mehr Beschäftigte, Fahrzeuge und Werkstattkapazität gewährleistet wird. Längerfristig muss es darum gehen, dass der Bund als Eigentümer der DB AG auf eine Börsengangstrategie verzichtet.
Wolfgang Klinke (per Mail)
Dass die DB AG an ihrem Auftrag, Dienstleistungen zu bieten, spart, ist leider nicht nur ein negativer Einschnitt für den Bahnkunden, es vermindert ebenfalls die Attraktivität der Bahn. Aber Attraktivität ist jene Schiene, welche den Kunden für das Unternehmen gewinnen und binden soll. Deshalb muss wohl das Bestmögliche getan werden! Auch bei der S-Bahn Berlin wurde leider am falschen Ende gespart. Das Ergebnis ist sichtbar und der Schaden nicht gering. Aus diesem Grund sollte wohl nur an jenen Stellen gespart werden, an denen kein Schaden entsteht, selbst wenn dadurch der Gewinn gering ist. Sicherlich existieren viele kleine Einsparungen, die große Auswirkungen haben. Verständliche Bahnsteigdurchsagen sind die richtige Weichenstellung. Geringe Kosten, hohe Effektivität. Unter diesem Motto sollte ein Wettbewerb ausgelobt werden. Denn viele wissen vieles mehr! Und positiv denken genügt nicht - man muss auch positiv handeln.
Lutz Schönmeyer, Dessau
Was Krieg, Nachkriegszeit und DDR-Mangelwirtschaft nicht geschafft haben, die Bahnprivatisierung hat es geschafft: den Niedergang der Berliner S-Bahn. Ich war 38 Jahre Triebfahrzeugführer bei der S-Bahn und muss nun mit Betroffenheit zur Kenntnis nehmen, welche Verhältnisse dort heute herrschen.
Tristan Micke, Berlin
Im März 1999 schickte ich Ihnen untenstehendes Gedicht. Sie konnten damit nichts anfangen.
Trockenschwimmen ist ein schöner Sport
Ohne Wasser schwimmt der Mensch sofort
Wohingegen es auf Schienenwegen
Heißt: fundierte Bildung pflegen
Und wertvolle Erfahrung hegen,
damit nicht an des Zuges Spitze
schließlich nur ein Greenhorn sitze.
Ausbildungen kürzen - Fristen erhöh'n
Ist nur für Startbilanzen schön.
Und wo sind die Techniker geblieben
In den diversen Bahnbetrieben?
Am Ende zahlt, wer hinterblieben!
Horst Köllecke, Hamm
Ulrich Weber
Der neue Personalvorstand Ulrich Weber erfüllt, wie auch der neue Vorstands-vorsitzende der DB AG, ein ganz wichtiges Kriterium für diesen Posten: Er ist kein Eisenbahner und hat demzufolge logischerweise wenig Ahnung von eisenbahn-spezifischen Dingen.
Werner Tampe, Magdeburg
Zur EU-Wahl
M. E. sollte es doch wohl eher darum gehen, die konsequente Interessenvertretung aller Lohnabhängigen in den Mittelpunkt zu rücken und dabei vor allem die internationale Solidarität hervorzuheben. Schließlich hat die Eisenbahnergewerkschaft eine Geschichte, die sie mit Nachdruck auf ein solches Ziel orientiert. Und die Einheitsgewerkschaft ist ohne die Einheit der Lohnabhängigen nichts.
Herbert Münchow, Leipzig
Es ehrt die TRANSNET, dass sie dem Europäischen Gerichtshof mal auf die Finger schaut. Dies wird es dann wohl gewesen sein, denn wer sich mit der EU und dem Anhängsel EuGH befasst hat, weiß, dass die nationalen Gesetze eben über den so genannten EU-Reformvertrag und andere EU-Richtlinien aufgehoben werden, das heißt, derzeit zu 84 Prozent ist „nationales Recht" aus EU-Recht hervorgegangen. Zum Interview mit Gero Maaß: Es wäre schön, wenn ihr die Leserschaft darüber informieren würdet, dass die Friedrich-Ebert-Stiftung eine SPD-interne Stiftung ist. Gerade diese Parteien-Stiftungen werden dazu genutzt, Parteirichtlinien den Mitgliedern an der Basis einzuhauchen.
Karl-Heinz Böhm, Freiberg
Zum inform-Titel 4/09
Sehr gern habe ich die letzte inform gelesen: Eine wunderbare Stellungnahme zur aktuellen Krise ("Nicht mit uns", S. 10ff), die doch einige Geschehnisse der Politik bewertet (Köhler et c.). Auch das anschließende Interview dazu brachte einiges auf den Punkt.). Genau das liebe ich an meiner Gewerkschaft: klare Positionen, gerade für die (kommende) Krise!
Thomas Teichelmann, München
Zum inform-Titel „Angstfaktor Wettbewerb"
In dem Artikel wird die These aufgestellt, dass die „Fixkosten" für alle Unternehmen im SPNV gleich sind. Das entspricht in Brandenburg allerdings nicht den Tatsachen. Dort gibt es auch einen „Wettbewerb der Ideen". Die Triebwagen der DB AG fahren wie die Autos mit Erdölprodukten, die des Konkurrenten ODEG zum Großteil mit Biodiesel aus nachwachsenden Rohstoffen. Raps wird in den jeweiligen Regionen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angebaut. Das unterstützt die dortige Landwirtschaft, einen der wichtigsten Erwerbszweige. Der Kauf von Erdöl-Diesel hilft dagegen Scheichen und Ölkonzernen. Da ergibt sich die Frage, wer hat das nachhaltigere Konzept.
Hans-Dieter Uhl, Erfurt
Gewerkschaften zeigen Flagge gegen rechts
Seit 1943 Eisenbahner und seit 1947 Gewerkschafter, war und ist es mir als Zeitzeugen der Nazidiktatur und des grausamen zweiten Weltkrieges ein echtes Bedürfnis, gegen das Vergessen und alle neuerlichen Formen rechtsextremistischer Wiederbelebungen Flagge zu zeigen. Die u.a. auch in unserer „inform" dargestellten gewerkschaftlichen Aktivitäten gegen Hass und Gewalt ließen sich m.E. bildungspolitisch um Aussagen erweitern, wie sie sich aus dem Buch „Hitlers letzte Reserve" ergeben. Insbesondere muss den heranwachsenden Generationen überzeugungswirksam nahe gebracht werden, wohin das bloße Gewährenlassen rechtsradikaler Gesinnungsgenossen führen würde. Aus dieser Sicht bietet das Buch als einzigartiges Zeitdokument des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte eine Fülle von unvorstellbaren Ereignissen, Erlebnissen sowie Denk- und Handlungsweisen in jener Zeit des Faschismus und seines Schreckens in aller Welt. Deshalb: Wehret den Anfängen. Und eben deshalb: Alle sich bietenden Möglichkeiten sollten gerade von den Gewerkschaften noch intensiver genutzt werden, den aufkeimenden Rechtspopulismus wirksam zu bekämpfen.
Richard Ruhland, Düsseldorf
Anm. d. Red.: Das von Kollegen Ruhland genannte Buch „Hitlers letzte Reserve" versammelt Zeitzeugenberichte von Kindersoldaten, die in Nazideutschland in der Schlussphase des Zweitens Weltkrieges eingesetzt wurden. Es ist im buchversand.de-Verlag Ines Neumann erschienen und kostet 22,90 €.
Neuer DB-Chef
Bei Ihren Fragen zur Zukunft der DB AG (inform 3/09, Seite 9) vermisse ich: „Will die DB AG in Zukunft wieder mehr Kundendienst betreiben?" Schade finde ich, dass Herr Mehdorn erst jetzt, und dann über die Datenaffäre gestolpert ist. Denn es hätte m. E. schon früher wichtigere Punkte gegeben, die der Bahn in der Öffentlichkeit mehr geschadet haben - wenn ich z.B. an die Fahrplangestaltung (Kundendienst!) denke. Beispiel 1: Meine Frau und ich fuhren genau 30 Jahre im Liegewagenzug zum Skifahren nach Südtirol - durchgehend, was jetzt nicht mehr möglich ist! Beispiel 2: Unsere Tochter aus der Schweiz fuhr seit fünf Jahren mit ihren zwei Jungens im Schlafwagen auf die Nordseeinseln. Auch das ist nicht mehr möglich!
Siegfried Pabst, Düren
Es wird seit Ende April/Anfang Mai immer wieder gesagt, dass die Gewerkschaft mit dem neuen Bahn-Chef zusammenarbeiten wird. Alles gut und schön. Was in den letzten Jahren im Güterverkehr immer weniger, teilweise sogar gar nicht, stattgefunden hat, ist aber die Zusammenarbeit - das Reden - mit uns Kollegen von der Basis. In den letzten Jahren wurden so genannte Arbeitsanweisungen herausgegeben, die für die Kollegen der Basis fachlich teilweise gar nicht nachvolllziehbar sind. Es werden Vorgehensweisen von Personen festgelegt, die gar nicht über unsere Erfahrungswerte verfügen können. Wenn man bei einigen Sachen mal mit den Kollegen von der Basis vorher reden würde, könnte es sein, dass einiges für alle Seiten einfacher und vielleicht auch logischer sein könnte.
Peter Möller, Duisburg
AVDR
Die ehemalige GdED bzw. die GDE der DDR haben meines Erachtens die Überleitung und Berechnung der Renten nur kurzfristig gedacht und ihren damals noch großen Einfluss auf die Politik zu wenig geltend gemacht. Die damaligen Rentner hatten auf Grund der guten Berechnung keinen Grund zum Klagen. Später machten sich die Einschnitte durch die Politik bemerkbar. Der Besitzstand der 1,5 Rentenpunkte der Deutschen Reichsbahn wurde gekappt und dem der DB auf 1 Rentenpunkt angeglichen. Das ist so, als wenn umgekehrt den DB-Rentnern ein Teil der B-Rente entzogen würde. Da ist es nicht verwunderlich, wenn von Bahnrentnern 2. Klasse gesprochen wird. Kritik wird als Jammern hingestellt.
Siegfried Stachen, Weißenfels
Konjunkturpaket II
Nach dem Konjunkturpaket II sollte doch jeder Bundesbürger steuerlich entlastet werden. Als ich die neue Abrechnung vom Bundeseisenbahnvermögen bekam (Abrechnungsmonat 05/2009), verschlug es mir die Sprache. Jeden Monat habe ich € 5,75 mehr zur Verfügung. Eine gewaltige Steuerentlastung! Wie soll ich mit diesem Betrag die Wirtschaft ankurbeln? Das ganze Paket ist nur für die Reichen gedacht. Ich als Versorgungsempfänger werde schon genug bestraft. Ich zahle immer noch Steuern. Das einzige, was ich habe, ist der Versorgungsfreibetrag von 3.900 € pro Jahr. Ich bin bitter enttäuscht.
Wolfgang Scherzer, Emden
Kurzarbeit
Über die Sinnhaftigkeit zur Kurzarbeit bei DB Schenker Rail möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslassen. Allerdings kann ich in der Kurzarbeit kein Allheilmittel erkennen. Bei Schenker sieht man das offensichtlich anders. Bevor man allerdings über Kurzarbeit verfügt, wäre es doch sinnvoll, vorher den in den letzten Jahren angelaufenen Investitionsstau im Unternehmen abzubauen. Seit Jahren wird zum Beispiel am Fahrzeugmaterial aus Kostengründen nur noch das Nötigste instand gesetzt und die Wartungsintervalle bis zur Schmerzgrenze gestreckt. Denkt denn keiner daran, dass bei wieder steigenden Güterverkehrsleistungen ein leistungsfähiges und fittes Unternehmen Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten bedeuten kann? Wann hört die Selbstkastration endlich auf?
Solange aber nur die Bilanzen auf dem Papier das Maß aller Dinge sind, um kapitalmarktfähig zu erscheinen, führen Diskussionen in diese Richtung zu nichts.
Frank Janouschek (per Mail)
Zusätzliche Belohnung
für Reichsbahner
Jeder Eisenbahner erhielt entsprechend seiner Dienstjahre eine zusätzliche Belohnung. Sie wurde zwar versteuert, aber es wurden keine Leistungen für die Sozialversicherung abgeführt. Demzufolge dürfte die zusätzliche Belohnung nicht in die Rentenberechnung eingehen. Dies ist aber nur der Fall bei einem Teil der Reichsbahnbeschäftigten. Es wird abhängig gemacht von der Qualifikation (Studium). Wer kein Studium nachweisen kann, bekommt die zusätzliche Belohnung nicht zu seiner Rente berechnet. Diese Ungerechtigkeit konnten mir auch zwei Din-A-4-Seiten mit Erklärungen zu Paragrafen und Aktenzeichen der Knappschaft Bahn-See nicht verständlich machen. Bei der Zahlung der zusätzlichen Belohnung spielte es keine Rolle, welche Qualifikation vorhanden war, maßgebend waren die Dienstjahre und das Brutto-Entgelt des Vorjahres. Ich kann keinen Zusammenhang zwischen zusätzlicher Belohnung Beschäftigter mit oder ohne Studium erkennen und sehe eine Ungleichbehandlung der Reichsbahnbeschäftigten untereinander.
Dieter Kaiser, Guhrow
Scandlines
Ich möchte das Management nicht pauschal in Schutz nehmen. Vor einiger Zeit gab es im Fernsehen einen Bericht über dieses und andere Unternehmen. Dort erfuhr man auch, warum Scandlines in solch einer desolaten Lage ist. Kurz gesagt „Heuschrecken". Sie wurden von einem Hedgefonds aufgekauft, der alle Gewinne verlangte, aber keine Investitionen zuließ, denn die kosten ja. Die Schulden in Höhe von 1,5 Mrd. Euro in Krediten bürdete man dem Unternehmen auf. Das ist meiner Meinung aber der eigentliche Skandal: dass Unternehmen, die von anderen aufgekauft werden, ausgeblutet werden, den Kaufpreis auch noch selber zahlen müssen, während der Käufer sich mit allen Gewinnen aus dem Staub macht, und das ohne Strafe. Ich bitte alle Gewerkschaften, dagegen vorzugehen, denn wenn solche Machenschaften nicht mehr möglich sind, könnte es manchen Unternehmen besser gehen und damit auch den Beschäftigten.
Thomas Schollbach, Jüterbog
Dankeschön
Am 17. März fuhr ich mit dem IC 76970 von Dresden nach Frankfurt/Main. Nach Abfahrt des Zuges wurde bekannt gegeben, dass wir in Leipzig umsteigen müssten. Dort schloss ich mich einer kleinen Gruppe (vier Reisende) aus meinem Wagen an. Der Schreck war groß, als wir nach Abfahrt merkten, dass wir im falschen Zug waren. Der Zugbegleiter kam und beruhigte uns; er sagte, er wolle versuchen, die beste Verbindung nach Frankfurt für uns zu suchen. Bald kam eine Durchsage, dass der Zug einen „Sonderhalt" in Naumburg einlegt und dass wir dort umsteigen könnten, da auch der Zug nach Frankfurt vier Minuten später extra für uns ebenfalls dort halten würde. Das Umsteigen klappte prima und wir alle waren erleichtert. Nun wäre ich der inform sehr verbunden, wenn ich auf diese Weise ein „herzliches Dankeschön" an das Zugbegleitpersonal und die Fahrdienstleiter zum Ausdruck bringen könnte. Ich selber habe 1952 als Zugschaffnerin bei der DR angefangen. Damals wäre so etwas gar nicht möglich gewesen. Ich sehe das nicht als selbst-verständlich an, denn wir waren ja selbst schuld. Deshalb Hochachtung für diesen erstklassigen Reiseservice.
Anneliese Lehrer, Dresden
Tarifrunde 2009
Allmählich scheint man auch bei den Gewerkschaften zu begreifen, das die DB AG trotz guter wirtschaftlicher Situation nicht an familienfreundlichen Arbeitszeiten oder einer Reduzierung der Belastungen von Arbeitnehmern, sondern einzig und allein an der Maximierung des Gewinns interessiert ist. Für alte Gewerkschafter ist das allerdings keine neue Erkenntnis. Beklagt wird jetzt, dass das erste Angebot der DB AG eine Farce sei. Ja, was hat man denn von einem Verhandlungsführer der DB AG namens Hansen erwartet?
Werner Tampe, Magdeburg
Beitrag der Rentner in der Krise?
Der heutige Rentner hat nach dem Krieg schon einmal Deutschland aufgebaut, zusammen mit den heutigen Pensionären, und damit unseren Standort erst ermöglicht. Wir zusammen haben erst ermöglicht, dass die jüngeren Generationen studieren und eine gute Ausbildung genießen konnten. Die jüngere Generation kann uns nicht vorwerfen, dass wir sie ausnutzen. Wir haben von ‚45 bis weit in die 60er Jahre bei Wind, Regen und Schnee unsere Arbeit in den Bahnmeistereien, auf den Güterabfertigungen und als Rangierer geleistet. Man kann nicht nur fordern, sondern man muss auch zur Leistung bereit sein. Haben die Politiker die Nullrunden der Rentner in den konjunkturstarken Zeiten vergessen? Nach 46 Jahren Eisenbahner-zeit steht uns wohl eine angemessene Rente und Pension zu. Mit solchen Forderungen wird das Vertrauen in die Sozialsysteme erschüttert. Die besten Jahre hat der Rentner von 1995 bis 2008 eine Rentenerhöhung von 11 % gehabt, die Inflation betrug 23,1 %, damit ist der Rentner der Verlierer - und jetzt will die Politik uns wieder schröpfen? Nicht mit uns!
Walter Mahrt, Hamburg
Ich bin der gleichen Meinung wie Frau Rusch-Ziemba. Leider haben die Ost-Rentner nicht das Vermögen, um in die Schweiz zu fahren und die Habe ich Sicherheit zu bringen, um dann fröhlich lächelnd nach Hause zu fahren. Nein, mit dieser Wirtschaftskrise haben wir nichts gemein. Im Gegenteil: Reichsbahn-Rentner sind beitragszahlende Mitglieder der TRANSNET und hoffen, dass ein Teil ihres Beitrags Verwendung für ihre streikenden Berufskollegen findet, das wäre solidarisch! Das schreibt eine ehemalige E-Lok-Beifahrerin aus dem damaligen Bw Magdeburg.
Edith Fürste, Schönebeck
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ist auch an der Bahn nicht spurlos vorübergegangen. Dies berechtigt aber Politiker verschiedener Couleur noch lange nicht zu der Forderung, deshalb auch die Rentner stärker finanziell zu belasten, denn wenn es um Renten- oder Pensionsanpassungen geht, wird um jedes Zehntel gefeilscht. Deshalb sollten die Regierenden gerade im Superwahljahr 2009 nicht vergessen, dass die etwa 20 Millionen Seniorinnen und Senioren ein nicht zu unterschätzendes Wählerstimmenpotenzial darstellen. Die Forderung „Hände weg von den Renten" kann deshalb nicht laut genug und mit allem Nachdruck erhoben werden.
Adolf Trepesch, Neunkirchen/Saar
AVDR / Zum Leserbrief von Manfred Kamp (inform 1/09)
Diesem Brief wäre noch einiges hinzuzufügen. Da wäre die Feststellung, dass Gespräche mit der Politik um die Problematik ehemaliger Eisenbahner der DDR seit Jahren ergebnislos blieben. Um gewählt zu werden, versprachen die angesprochenen Parteien alles und hielten nach den Wahlen nichts. Das ist eine langfristige grobe Missachtung berechtigter Ansprüche ehemaliger Eisenbahner der DDR. Nun bringt es meiner Meinung nach nichts, mit einem Wahlboykott zu drohen. Vielmehr sollte unsere Gewerkschaft in der Zeit der Wahlkämpfe nachdrücklich mit den im Bundestag vertretenen Parteien sprechen, ihre Stellungnahmen einholen und diese unter Nennung von „Ross und Reiter" veröffentlichen.
Erika Hofmeister, Bad Staffelstein
Eisenbahnerwohnungen - Bestrafung der Mieter?
Die geplante Versteuerung eines sog. geldwerten Vorteils beim Firmen- Wohnungskauf gegenüber einem Marktpreis ist klassensteuerlich, weil dem Irrglauben eines "gerechten" Marktpreises entspringend. Von Preisdifferenzierung im Kundensegment noch nie etwas gehört! Was wird ein Klassensteuerstaat erst sagen, wenn Menschen eine gegenüber dem gestrigen "Markpreis" krass gesunkene Immobilie heute kauften? Müssten sie auch den geldwerten Vorteil versteuern, da sie die einseitigen Privilegien globaler Spekulanten nicht genössen? Jene bekommen gar ihre Spekulationsverluste steuerlich und kreditpolitisch honoriert - wir Arbeitnehmer lassen uns ja verstärkt melken.
Rolf Hofmann, Bad Homburg
Zum Kommentar „Eiskalt"
In den 70ern hatte die DB ein tolles Werbeplakat: „Alle reden vom Wetter - wir nicht!" Da wurden Züge im BWW vorgeheizt, Bahnsteige gefegt, Schneewachen eingeteilt u.v.m. Stellen Sie sich vor: 2009 - ein Mehdorn, bewaffnet mit einem Weichenbesen. Soll in Berlin Schnee fegen. Einen Versuch wär's wert... Vielleicht begreifen dann die „DB-fremden" Manager, dass die DB ein Transportunternehmen ist.
Name der Redaktion bekannt
Kursbuch der DB AG; Leserbrief von Bernhard May
Auch ich habe mich um die Kursbücher von Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sowie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bemüht. Wegen schlechter (!) Nachfrage gibt es diese Fahrpläne nicht mehr - Antwort von DB Kommunikationstechnik in Karlsruhe. Man soll sich im Internet bemühen. Allerdings habe ich von o.g. Einrichtung für 5 Euro eine „Streckenfaltfahrplanbox" für Bln, Bbg, M-V bekommen. Nach Rückfrage: eine einmalige Sache. Ich wünsche gute Fahrt, auch ohne Kursbuch.
Günter Tolksdorf, Fürstenwalde
AVDR / Zum Leserbrief von Günther Liepe (inform 9/08)
Ihr Problem ist im Wesentlichen auch mein Problem und das aller Eisenbahner der ehemaligen DR. Unsere Gewerkschaft hat in den Versammlungen wiederholt darauf hingewiesen, dass mit den beiden Parteien der derzeitigen großen Koalition Gespräche geführt wurden, mit dem Ergebnis, dass "man" sich bemühen werde, für die Mitarbeiter der ehemaligen DR eine positive Lösung zu finden. Diese Gespräche fanden immer dann statt, wenn diese Parteien in der Opposition waren. Wurde bei der Wahl die Macht errungen, ging offenbar das Gedächtnis verloren. Derzeit regieren beide Parteien, aber eine zufrieden stellende Lösung ist nicht in Sicht und offenbar kann sich niemand an die Gespräche erinnern. Vermutlich wird das Geld zur Sanierung der Banken und Konzerne und zur Unterstützung der Kriegszüge der Nato (USA) dringender benötigt. Dafür spenden die Ostrentner ja auch in jedem Monat (noch 18 Jahre nach der Wende) 12% ihrer Rente als "Solispende". Das Jahr 2009 ist das Jahr der Wahlen in Deutschland. Vielleicht sollten wir alle einmal darüber nachdenken.
Manfred Kamp (per Mail)
Ich habe bei der Deutschen Reichsbahn den Beruf „Fahrzeugschlosser, Spezialisierung Schienenfahrzeuge" gelernt. Wenn ich die Deutsche Bahn AG verlasse, gelte ich als ungelernt, da es diese Berufsbezeichnung nur noch bei der Bahn gibt. 1978 wechselte ich zum BW in Aue/Sachsen. Uns ging es nicht immer sehr gut, da ich weder bei den Pionieren, noch in der FDJ noch der Partei war. Aber dafür in der Kirche, und wir haben unsere Kinder auch so erzogen. 2002 kam ich zur DB JobService. Meinen Beruf habe ich gern ausgeübt, und zwar immer da, wo jemand gebraucht wurde. Seit Juli 2003 habe ich nach vielem Hin und Her eine „Rente wegen voller Erwerbsminderung". Unter anderem ist meine Wirbelsäule nur noch Schrott. Es hat mir aber keiner einen Dank ausgesprochen, sondern es wurde nur gesagt: „Wie konnten Sie diesen Beruf ausüben?" Im Juli 2005 bin ich nach Bonn zu meinen Kindern gezogen. Ich erhalte nur eine kleine DDR-Rente. Zuerst haben wir Hartz IV bezogen, und meine Frau hatte einen 1-Euro-Job. Jetzt hat sie durch Eigeninitiative Arbeit. Über die Wende sind wir froh, und möchten die DDR-Zeit um nichts in der Welt zurück.
Johannes Ehnert, Bonn
Rentengerechtigkeit
Mein Mann, Eisenbahner und Gewerkschaftsmitglied, hat sich schon während zweier Legislaturperioden an den Petitionsausschuss gewandt, um zu erwirken, dass die für die Altersabsicherung ursprünglich einbehaltenen Vergütungen für ihn wirksam eingesetzt werden. Schließlich wurde er ja in den vorzeitigen Rentenstand durch Stellenabbau genötigt und musste sich mit 18 % Abzug abfinden. Die Antworten waren mehr als unbefriedigend. Schließlich bezeichnete man in einem lapidaren Schreiben die „Sache als erledigt". Von Kollegen vor Ort erfuhren wir, dass noch nachverhandelt wird, aber nur ab einem bestimmten (hohen) Dienstgrad. Wie steht es mit dem „gerechten Ausgleich, der gerechten Angleichung"? Wir wollen nicht polemisieren, aber auch nicht die Chance verpassen, um das einst erarbeitete Vermögen im Alter anteilig nutzen zu können. Vielleicht erhalten wir dann irgendwann die Mitteilung „Da Sie sich nicht mehr darum bemüht haben.."
Jürgen und Irene Wendt, Dessau-Roßlau
„TRANSNET steht in schwierigen Zeiten zusammen"
Sowohl die differenzierte Würdigung kritischer Positionen zum Börsengang als auch Kollege Kirchners Vorsatz des Zuhörens und Umsetzens geben wieder Hoffnung. Bleibt in der Börsengang-Frage dank Finanzmarktkrise und „Superwahljahr" glücklicherweise mehr Zeit als befürchtet für sachlichere Diskussionen als bisher, so zwingt ein anderer Skandal zum sofortigen „Zuhören und Umsetzen": die bereits vollzogene Abschaffung des Kursbuches in gedruckter Form. Was ist ein Eisenbahner ohne Kursbuch? Und was ist ein kultivierter Bahnfahrgast ohne ein solches? Sollten vor allem jüngere Kolleginnen und Kollegen aber meinen, die elektronische Verfügbarkeit der Fahrplantabellen genüge, so biete ich dem Kollegen 200 Euro, der es schafft, mir daraus durch geduldiges Zurechtschneiden möglichst beidseitig bedruckter Blätter wenigstens einen halbwegs adäquaten Ersatz für die Selbstverständlichkeit eines richtigen
Kurbuchs zu basteln.
Bernhard May, Düsseldorf
Geschichtsbuch „Zeiten ändern sich - der Auftrag bleibt"
Ich möchte hiermit einmal den Dank an die Autoren und die Redaktion zum Ausdruck bringen. Sie haben dokumentiert, wie die Situationen in beiden Gewerkschaften nach der Teilung Deutschlands und der Wiedervereinigung gemeistert wurden.
Walter Jürgens, Stendal
Zum Beitrag „Heinrich Zorn“
(inform Nr. 7/2008)
Diese Situation eines Beamten vergisst ein Teil der Miesere. Denn die KVB (und damit auch die Beihilfe) fährt ihre Leistungen herunter. Es gibt keine Lösung für KVB-Versicherte, diese Leistungslöcher zu stopfen. Auch die Restkostenversicherer haben keine Lust, ihre Leistungen aufzustocken, da sie schon längst kapiert haben, dass ihre KVB Restkostentarife ein Zuschussgeschäft werden, weil junge Versicherte fehlen. Deshalb wäre auch dieses Gehaltsbeispiel noch mit den Belastungen durch die Eigenanteile an den (Gesundheits- bzw. Krankheitskosten zu ergänzen. Denn eine Krankheit wird dieses Ehepaar schnell an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten bringen. Es gibt schon Fälle bei KVB Mitgliedern, die Privatinsolvenz beantragt haben.
Michel Jung-Mazura, per Mail
Anregung für DB Personenverkehr
Dass im Fokus der Bahn der zufriedene Kunde steht und auch deshalb der Kundenservice ausgebaut werden soll, ist im Hinblick auf die Preiserhöhung von besonderer Wichtigkeit. Weil ich auch in diesem Jahr einige Reisen mit der DB unternommen habe, kann ich von der sehr guten Arbeit der Zugbegleiter berichten. Allerdings gibt es auch negative Dinge. So sind die Reservesitze zwischen und in den Fahrradabteilen oft nicht nutzbar, weil sie von Fahrradmassen verstellt sind. Wäre es deshalb nicht möglich, in den Sommermonaten oder generell für Extra-Transportraum nur für Fahrräder zu sorgen? Kritikwürdig sind auch die „Gepäcknetze“ in einigen Abteilen, worauf man zwar seine Brieftasche, Handtasche oder Aktenkoffer zu deponieren vermag, nicht aber „normales“ Reisegepäck, sodass die Gänge von Gepäckstücken oft durchgangslos zugestellt sind. Das mag zwar für die Gesundheit, durch sportliche Einlagen, gut sein. Aber es stellt auch einen Unfallschwerpunkt dar, von der Möglichkeit eines schnellen Verlassens der Abteile, bei einem Notfall, ganz zu schweigen. OB hier nicht Abhilfe möglich ist? Denn Kundenservice wird wohl auch dadurch demonstriert.
Lutz Schönmeyer, Dessau-Roßlau
AVDR
Ich habe fast 47 Jahre bei der Deutschen Reichsbahn gearbeitet. Habe auch dort gelernt. Leider musste ich 1990 meinen Arbeitsplatz aus betrieblichen Gründen verlassen. Ich bekam keinerlei Abfindung und bekomme auch keine Betriebsrente. Meine Tätigkeit war im DR-Weichenwerk Brandenburg als Brandschutzinspektor. Das Weichenwerk wurde 1992 von der Deutschen Reichsbahn abgestoßen und wurde eine GmbH. Warum bekomme ich keine Betriebsrente, mein Betrieb war doch die Deutsche Reichsbahn? So wie die ehemaligen Beschäftigten der Deutschen Bundesbahn auf der Grundlage einer vor über 100 Jahren bei den deutschen Staatsbahnen eingeführten Altersversorgung Bezüge erhalten, sollten auch Beschäftigte der ehemaligen Deutschen Reichsbahn behandelt werden.
Günther Liepe, Brandenburg/Havel
Der Beitrag war sehr interessant und ich pflichte dem Kollegen Hock auch für eine bessere Freizeitplanung/ 1 langes Wochenende bei. Doch die Auffassung ".......denn Samstag wird bei den meisten anderen schon lange nicht mehr gearbeitet, kann ich nicht teilen. Ich selbst arbeite im Handel, im Schichtsystem und ich kenne viele, deren Männer bei der Bahn arbeiten. Doch gerade im Handel wird die Arbeitszeit immer mehr ausgedehnt, Samstag je nach Bundesland bis 20.00 / 22.00 Uhr.
Ein anderes Problem, was immer mehr zunimmt, ist die Rationalisierung in den neuen Bundesländern. Da werden die Familien schön auseinander gerissen. Der Arbeitsort liegt so bei meinem Mann ca. 470 km entfernt. Doch einfach wegziehen? Schwierig, da auch ich hier Arbeit habe (und die offenen Stellen in den alten Bundesländern auch nicht mehr zuhauf zur Verfügung stehen)und die Kinder kurz vor dem Schul-/ Lehrabschluss stehen.
Cornelia Kindler (per Mail)
Ich war länger als drei Monate arbeitsunfähig und stellte mit Erstaunen fest, dass sich auf meinem Arbeitszeitkonto eine beträchtliche Anzahl an so genannten "Minusstunden" angesammelt hat, die ich nun nacharbeiten darf. Man ist mit einer (oder wie in meinem Falle mehreren)Krankheiten schon genug "bestraft"- eine solche Maßnahme halte ich für sozial ungerecht und mir fehlt hierfür jedwedes Verständnis!!
eine "Nullbuchung" würde ich noch akzeptieren; wer nicht arbeitet, kann auch keine Stunden ansammeln - aber in`s "Minus" zu rutschen geht eindeutig zu weit.
"Zeit, dass sich was dreht" singt schon Herbert Grönemeyer - hier wäre dringend eine Änderung fällig!!
Ralf Jöckel, per Mail
Zum Leserbrief von Edith Fürste:
Sehr geehrte Frau Fürste, wenn wir uns auch nicht kennen, so möchte ich doch gerne ein paar Worte zum Trost spenden. Mir ist nur ein Politiker bekannt, den ich sehr achte. Sein Name: Herr Geisler. Er macht den Mund nur auf, wenn er sich vorher informiert hat oder bereits informiert ist. Meine Hochachtung. Und nun zum Trost nachfolgende Aussprüche: Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Scheu, es mit leerem Kopf zu tun. (Dieter Hildebrandt) Und: Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart. (Curt Goetz)
Günter Schwandt, Berlin
Beamtenpolitik
Man sagte mir im Jahre 1973, dass meine Pension sicher wäre, ich dafür allerdings als Beamter weniger Gehalt bekäme, weil, man muss das ja alles auch finanzieren, salopp gesagt. Ich habe das damals geglaubt. Und habe Kollegen, die mit 55 Jahren finanziell gut gestellt in den Vorruhestand gingen, und nun erkläre mir mal jemand, warum muss ich nicht nur über zehn Jahre länger arbeiten, sondern bekomme dann auch noch weniger Geld als die, die vor mir in Pension geschickt wurden? Und: Dem Beamten wurde das Weihnachtsgeld gekürzt, das Urlaubsgeld gestrichen, obwohl sehr viele Kollegen darauf angewiesen waren; jetzt nimmt der Staat immer mehr Steuergelder ein, warum bitte werden diese Zahlungen an die Beamten nicht wieder aufgenommen oder doch zumindest das Weihnachtsgeld in voller Höhe gezahlt? Hat denn nicht gerade der Beamte in den letzten Jahren reichlich Loyalität gezeigt und still und genügsam zu allen Kürzungen „ja und amen“ sagen müssen? Interessiert das eigentlich irgendjemanden bei Staat, Arbeitgeber und Gewerkschaften?
Klaus-Dieter Thuy, Bremen
Norbert Hansen
Hansen hat sich selbst unglaubwürdig gemacht. Sein Wort wird keine Gültigkeit mehr haben. Mir scheint er verwirrt, denn er weiß ja nicht einmal mehr, wo er herkommt.
Alfred Jäger, Singen (Hohentwiel)
Nun hat sich Herr Hansen heimlich, still und leise, aber dennoch fluchtartig vom Gewerkschaftsacker gemacht. Der ganze Vorgang hat im Hintergrund ein sehr eigenes, böses „Gschmäckle“ und erinnert sehr deutlich an den sicherlich lukrativen Verkauf eigener Positionen und Auffassungen gegenüber dem schnell gefundenen neuen Arbeitgeber. Ich komme zu dem Schluss: Es handelt sich um den Verrat an der gewerkschaftlichen Interessenvertretung des ehemals höchsten gewählten Funktionsträgers der TRANSNET.
Dieter Hoffmann, Zeulenroda
Es ist beispielhaft, wie bei Charakterschwäche und entsprechendem Geldfluss heute von Funktionären die Seite gewechselt wird. Dass Hansen nach seiner Berufung zum neuen Personalvorstand der DB AG gleich von Stellenabbau spricht, schlägt dem Fass den Boden aus. Wieder zeigt sich, wie enorm wichtig unsere TRANSNET als Interessenvertretung der aktiven und ehemaligen Eisenbahner ist, um nicht, wie in anderen Bereichen bereits üblich, Frondienste wie im Mittelalter leisten zu müssen.
Horst Kirschbaum, Nussdorf
Offene, ehrliche Gewerkschaftsarbeit – das will ich als Gewerkschaftsmitglied und sog. Funktionär tagtäglich leisten und auch abfordern. Raus aus der Lethargie nach Hansens –Rücktritt. Frust rauslassen – nicht Austritt – ist wichtig! Gemeinsam sollten wir unsere zukünftige Arbeit und unseren Umgang miteinander neu gestalten. Nicht alles war falsch, was wir bisher gemacht haben. Miteinander reden und die Antworten aushalten, auf allen Ebenen!
„Wenn der Wind des Wandelns weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen“ (chin. Sprichwort) Wir sollten die Schutzmauern nicht so hoch werden lassen! Erbauer der Windmühlen – ich bin dabei und bin auf der Suche nach dem richtigen Baumaterial. Ich hoffe, dass ich dabei auf viele „Windmühlenerbauer“ zählen kann!
Uta Trusch, Frankfurt/Oder
Rechtsschutz – Dank an TRANSNET
Meine Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte Erfolg. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die gewerkschaftliche Unterstützung ganz herzlich und möchte Ihnen in diesem Zusammenhang auch Dank aussprechen für die gute Wahl meiner Interessenvertretung. An meinem Verwaltungsstreit kann man exemplarisch festmachen, wie weit „Behördenallmacht“ getrieben werden kann und wie wichtig es ist, sich diesem Gebaren mutig entgegenzustellen. In diesen schwierigen, langwierigen Auseinandersetzungen gewerkschaftliche Unterstützung zu erfahren, lässt sich nach meiner Auffassung am besten mit dem Begriff Solidarität kennzeichnen.
Helmut Stümper, Ockenfels
Renten
Leider wird in dem Artikel (wieder) nicht erwähnt, dass Gelder, die die Versicherten für die Altersversorgung aufgebracht haben, mehrheitlich zum Stopfen von Haus-haltslöchern verwendet wurden. Politiker und Freiberufler wurden/werden hier nicht belastet – sie geben sich aber in den Medien oft als große Rentenkritiker… Wir haben in Deutschland auch Milliarden Beamten-Pensionslasten. Wo bleibt hier z.B. die Kritik?
Horst Wilkes, Osnabrück
Norbert Hansen
Als langjähriges treuer Gewerkschaftsmitglied bin ich doch über Hansens Wechsel erstaunt. Ob seine Entscheidung und der Wechsel der richtige Weg war? Ich bezweifle das sehr! Denn wer jetzt den Karren der DB AG ziehen muss, kann seine gewerkschaftlichen Ideale begraben. Niemand kann wegen eines finanziellen Vorteils seinen angestammten Platz und den seiner Gesinnung wechseln, ohne persönlich und moralisch Schaden zu nehmen. Vom Schaden für den „kleinen" Eisenbahner, sowie dem Schaden für die Gewerkschaften ganz zu schweigen.
Heinz Lapp, Maintal
Wechselt die Türschlösser aus, damit so einer die TRANSNET nicht mehr an den wahren Aufgaben einer Gewerkschaft hindern kann. Ich bin seit 47 Jahren Gewerkschaftsmitglied und seit 37 Jahren in der GdED/TRANSNET. Schade, wenn ich auf meine alten Tage meinen Gewerkschaftsaisweis wegwerfen müsste.
Hans-Peter Muders, Neuwied
Wolfram Prause, Riesa
Freifahrten
Ich wohne in Fürstenwalde/Spree, nicht weit von Berlin und
Frankfurt/Oder. Alles günstig per Bahn zu erreichen, aber dann ist auch schon
Schluss. Verschiedene Privatbahnen beherrschen die Schiene. Freifahrscheine
werden nicht anerkannt. Was kommt nach der Teilprivatisierung? Freifahrscheine
ade? Die Bahn wird dann ein kommerzielles Unternehmen und es hat jeder zu bezahlen, will der die
Bahn benutzen. Jetzt ist es an unserer Gewerkschaft, diese Sache zu klären.
Günter Tolksdorf, Fürstenwalde
„Recht haben und Recht bekommen…“
Dazu meine eigene Erfahrung: Ausgeschlossen zu werden aus der innerbetrieblichen Kommunikation, d.h. mit voller Absicht nicht über wichtige Mitteilungen informiert zu werden, damit logischerweise Fehler auftreten. Das schwierige Aufbauen einer Datenbank zu sabotieren und nicht zuletzt auch die erarbeiteten Dokumente an sich zu nehmen und als eigene Arbeit beim Chef darzustellen, gehört auch dazu. Als Krönung wegen Protests des Gemobbten wird kurzerhand in dessen Arbeitszeiterfassung massiv eingegriffen. Zu sagen ist, dass es sich bei einer der beteiligten Personen um eine Personalrätin handelte. Ein Wehren gegen den Mobbing-Chef bei dessen Vorgesetztem ergab, dass ich zwar in so gut wie allen Punkten Recht habe, aber leider keine bekommen könnte…!
Rudi Schell, Offenbach
Da auch ich der so genannten jüngeren Generation angehöre, habe ich beständig an Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, auch außerhalb der Arbeitszeit, teilgenommen und somit auch immer mehr Verantwortung übernommen. Aber mit der ersten Entgeltänderung, aufgrund des Einsatzes auf einem höher bewerteten Arbeitsplatz, waren meine persönlichen Zulagen fort. Da liest man dann: „mehr Gerechtigkeit mit neuem Entgeltsystem“ und „persönliche Zulage soll festgeschrieben werden“. Wenn nun aber jemand keine PZÜ mehr hat? Dies bedeutet ja für mich im Umkehrschluss „Bilde dich nicht weiter, und du verdienst mehr als deine Kollegen, die sich auf die Schulbank setzen“. Das soll nicht heißen, dass ich den anderen Kollegen die Zuschläge nicht gönne, ganz im Gegenteil! Aber auch die Kollegen, die den Mut zu Veränderung und zur Verantwortung haben, sollten gerecht entlohnt werden. Mit dem neuen Entgeltsystem sollte wirklich die Chance genutzt werden, den Unterschied zwischen Qualifikation, Verantwortung und Arbeitsleistung finanziell erkennbar darzustellen und diesen nicht wieder durch persönliche Zulagen zu minimieren oder gar zu neutralisieren.
Dirk Sabrowski, Bebra
Tarifkonflikt / GDL
Sicherlich gibt es für die Bahnkunden, wie auch für die Eisenbahner, schönere Dinge als einen Streik, der einen ernsthaften Einschnitt in das arbeitstägliche Leben darstellt. Leider ist es aber bislang ohne diesen Arbeitskampf unmöglich, entsprechende niveauvolle Lohnerhöhungen für die Beschäftigten zu erreichen. Stellt sich doch die Frage, weshalb Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht in festgelegten Zeiträumen automatisch an steigenden Gewinnen, mittels moderater Lohnanhebungen, teilhaben lassen?
Lutz Schönmeyer, Dessau
Ich frage mich, ob den Verantwortlichen der GDL überhaupt bewusst ist, wieivle 31 % sind! Die angeführten Argumente des schweren und verantwortzungsvollen Dienstes der Lokführer lasse ich so allen anderen Eisenbahnern gegenüber nicht gelten! Und jeder Busfahrer – ob bei der Bahn oder privat – ist stärker gefordert und muss reaktionsschneller sein. Extrem schweren Dienst gestehe ich bei Nebel zu, den aber der Busfahrer genauso hat, zumal der Lokführer über die Gleise zu seinem Ziel hingeleitet wird, der Busfahrer aber seinen „Fahrweg“ suchen muss und Gegenverkehr hat, so wie ihn der Lokführre nicht kennt. Außerdem soll bei den überzogenen Forderungen nicht vergessen werden, dass niemand gezwungen wurde, Lokführer zu werden. Schnell wurde noch anderes Fahrpersonal in das GDL-Boot gezogen, um die Kopfzahl zu erhöhen und Macht zu demonstrieren. Die Forderungen nach einem eigenen Tarifvertrag gehören in das Reich der Fantasie.
Vorbildlich haben sich TRANSNET und GDBA bei den Tarifverhandlungen gezeigt.
Johannes Knierim, Bebra
Die GdL leidet wohl an Größenwahn. Die größte Verantwortung haben da wohl die Fahrdienstleiter, die den Überblick über die Strecken haben und die Signale für die Lokführer auf grün setzen. Wenn die einen Fehler machen, dann kann ein Lokführer nur noch bremsen oder auffahren. Die Lokführer haben sicherlich auch eine Mitverantwortung, was sich ja in der Einstufung bei der Gehaltsgruppe widerspiegelt.
Auch können die Lokführer wie die Fahrdienstleiter nicht einfach auf einer anderen Strecke eingesetzt werden, wenn sie keine Streckenkenntnisse habe, Fahrpersonal schon.
Die Gehaltshöhe der Fahrdienstleiter, die eine Verantwortung wie die Fluglotsen haben, ist in den Betriebszentralen zu gering und da verlangen die Lokführer bis zu 31% mehr Lohn? Die GdL sollte lieber im Team in einer großen Gewerkschaft für bessere Arbeitsbedingungen sorgen - mehr Zeit zwischen den Schichten, mehr zusammenhängende freie Tage, Unterkunft bei Übernachtung mit Essen und ähnlichem. Einzeln kämpfen hat noch nie was gebracht und gemeinsam ist man nur stark.
Name ist der Redaktion bekannt
Sonderzahlungen für Versorgungsempfänger
Nachdem die aktiven Beamten des Bundes die Sonderzahlungen für 2005, 2006 und 2007 erhalten haben, hat jetzt das Land NRW den Versorgungsempfängern und Hinterbliebenen eine Sonderzahlung bewilligt. Die Bundesregierung sollte diesem Beispiel folgen. Zumal diese Gruppe in der letzten Zeit viele Abstriche hat hinnehmen müssen. Z.B. Kürzung der Dezemberzulage, Kürzung der Pensionsgrenze von 75 % abwärts, Erhöhung der Merhwertsteuer und der Pfleversicherungsbeiträge, sowie die bevorstehende Erhöhung der Energiekosten.
Walter Wimmers, Marl
Freifahrten
Arme DB, wie weit bist Du gekommen? Ich möchte als Pensionär (47 Dienstjahre) einen Freifahrschein lösen, Sterbefall, leider unmöglich. Im Kurort Bad Dürkheim ist der Fahrkartenautomat für den Fernverkehr und uns ehemalige seit Monaten außer Betrieb.Ein Mitarbeiter der DB-AG sitzt stundenweise in der ehemaligen FKA, kann mir aber keinen Fahrschein ausstellen. Die Störungsstelle anzurufen ist zwecklos, das haben schon viele vor mir erfolglos gemacht, seine Bemerkung. Mit dem PKW fahre ich zum Bf.Deidesheim, 10 km hin, 10 km zurück und versuche dort eine Karte zu lösen. Der Automat steht voll im Sonnenlicht, zu erkennen ist nichts. Ich kaufe eine Bildzeitung, die ich mir über den Kopf lege als Sonnenschutz und versuche mein Glück. Reisende auf dem Bahnsteig amüsieren sich über mein Verhalten. Eine Reisegruppe will auch ein Ticket lösen, ich unterbreche selbstverständlich. Die Gruppe kommt nicht zurecht, fährt ohne Karte nach Neustadt/W. Ein Treibwagenführer kommt mir zur Hilfe, gibt aber bald auf. Er will den Zustand weitermelden. Nach 3/4 Stunde habe ich es geschafft und fahre Schweißnass und entnervt wieder zurück.
Der Vorstand prahlt mit Erfolgen, lässt Prachtbauten errichten und will an die Börse mit unserer Firma. Was im flachen Land passiert, weiß er nicht, oder will es nicht zur Kenntnis nehmen. Dafür werden Schnapsideen am laufenden Band produziert: z.B. Morgengymnastik in Nahverkehrszügen. Doch dann geschieht noch ein Wunder. Am 28. 06. 07 wird ein neuer, alter, Automat in Dürkheim aufgestellt, prima. Am nächsten Tag versuche ich mein Glück. Alles funktioniert, nur eine Fahrkarte für DB-Mitarbeiter kann nicht gelöst werden. Ob ich mit einem oder zwei Fingern auf die Beschriftung drücke, es klappt nicht. Der kleine rote Kontrollpunkt zeigt sich nicht. Trotzdem gebe ich die Hoffnung noch nicht auf. Vielleicht hat Herr Mehdorn nach dem Börsengang ein paar Euros über und kauft einen, auch für uns, gebrauchsfähigen Automaten.
H.K.Prepens, Bad Dürkheim,
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Vielen Dank für den Artikel "Beruf und Familie" in der inform - Ausgabe vom Mai! Er hat meinen Kolleginnen und mir ( alles Teilzeitkräfte bei DB Vertriebs GmbH in Kassel ) aus der Seele gesprochen! Wir erfahren jeden Donnerstag, was der Dienstplan für die kommende Woche bereithält, da kann von Montag bis Sonntag zwischen 5.50 und 20.10 Uhr alles drin sein. Wohl denen, die Großeltern für die Kinderbetreuung einspannen können!
Mit meinen 0,25 P bin ich oft 3 bis 4 Wochen wegen Mehrleistungs-Abbau nicht am Arbeitsplatz. Komme ich dann wieder, muss ich dann fast 30 Mails lesen! Wenn man als erste den Schalter übernimmt, kann man früher kommen und sich vorbereiten ( allerdings unter Protestgeschrei der Kunden, warum man nicht endlich den Schalter aufmacht ).
Muss man einen Kollegen ablösen, bleibt zum Lesen keine Zeit mehr, denn der Schalter muss so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. Also hat man " Mut zur Lücke", und geht während der Verkaufsgespräche bei Bedarf zum Nachlesen in das " Einstein "- Programm.
Eine Monats- oder Jahresfahrkarte ist für mich zu teuer, ich löse Einzelfahrscheine. Das sind für jede Schicht Euro 12.40. Da fährt man auch nicht so gerne zwischendurch an freien Tagen zum Arbeitsplatz zum Informieren. Wie schön wäre es, wenn ich von zu Hause übers Internet Zugang zu "meinen" Info-Mails bekäme, dann wäre ich immer up to date.
Trotz allem macht mir der Beruf Spaß und der Zusammenhalt unter den Kollegen ist bei uns super, denn sonst hätte ich schon aufgegeben!
Silke Berge, Kassel
Frauen in technischen Berufen
Mädchen werden umworben, einen technischen Beruf zu erlernen. Wie seiht es dann aber nach der Lehre aus? Werden sie später auch in den Betrieben übernommen und bekommen sie auch den Lohn wie ihre männlichen Mitbewerber? Bei der Bahn kann ich mir das noch vorstellen, aber wie sieht es auf dem freien Markt aus, in kleineren Betrieben, in denen es keinen Betriebsrat gibt? Meine Tochter, gelernte Bäckerin, wurde lange Zeit nicht als Bäckerin bezahlt, sondern bekam einen Tischposten-Lohn, der niedriger war. Seit Oktober 2006 ist sie arbeitslos. Sie hat diverse Bewerbungen geschrieben und ständig Absagen bekommen mit der Begründung: Wir suchen einen männlichen Bäcker, da keine Umkleidemöglichkeiten vorhanden sind, oder die Stelle wurde anderweitig vergeben. Unsere Gesellschaft muss dazu gebracht werden, umzudenken, auch bei der Bahn; auch hier ist einiges im Argen.
Klaus-Dieter Dannemann, Hamburg
Rentenerhöhung
Durch die einheitliche Rentenerhöhung zum 1.7. um 0,54 % steigt die Differenz der unterschiedlichen, d.h. noch uneinheitlichen Rentenwerte (West, Ost) von 3,16 € auf 3,18 €. Damit wird gegen die im GG Artikel 106 geforderte Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet und den im Artikel 3 GG enthaltenen Gleichbehandlungsgrundsatz nach meiner Meinung weiter und verstärkt verstoßen.
Wie wird die nicht volle Anerkennung der Lebensarbeitsleistung einer Minderheit unter den 20 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in den Geschichtsbüchern unserer Nachkommen zu erklären sein? Und das etwa mit Hinweis auf Artikel 1 unseres Grundgesetzes?
Hans-Jürgen Sill, Güstrow
Zum Leserbrief von Adolf Trepesch (Nr. 4/07) ergänzt Werner Lippmann:
Nicht nur hier haben Rentner und Vorruheständler (betrifft nur Arbeiter und Angestellte) das Nachsehen. Sondern auch in anderen Bereichen. So soll der Beitrag für die Pflegeversicherung erhöht werden und dafür die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gesenkt werden. Soweit so gut, nur wir Vorruheständler und Rentner zahlen keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge mehr. Wo bleibt da für uns der Ausgleich? Auf einen weitern Einschnitt in unsere Besitzstände bin ich dieser Tag bei der DB gestoßen. Es wird den wenigsten bekannt sein, dass wir als Vorruheständler und Rentner nur noch bis Ende Juli Auslandsfreifahrten bekommen. Danach kann nur noch die VIP Karte zur Fahrscheinlösung genommen werden. Das bedeutet 50% Zuzahlung. Danke DB für dieses "schöne Geschenk". Dafür haben wir jahrzehntelang im Schichtdienst gearbeitet.
Werner Lippmann, Röslau i. Fichtelgebirge
Rente mit 67
Die derzeitige Rentenpolitik dient der Entlastung der Arbeitgeber und öffentlichen Haushalte zugunsten einer privatisierenden Kapitalgestützten „neuen deutschen Alterssicherungspolitik“. Das Leistungsniveau der gesetzlichen Rente wird heruntergefahren und zwar in Richtung Grundsicherung, wobei der Nachhaltigkeitsfaktor langfristige Rentensteigerungen dämpft. Niedrigverdienste und Arbeitslosigkeit drücken das Rentenniveau bei Millionen Menschen nach unten. Die „Rente mit 67“ ist ein Rentenkürzungsprogramm für die heute Erwerbstätigen und heutigen Rentner. Rentenansprüche zu erwerben wird immer schwieriger. Es erfolgt derzeit ein Umbau des Sozialsystems zum Vorteil für den Finanzmarkt, der den Ton angibt. Der demographische Wandel als Begründung für die Rente mit 67 wird missbraucht. Oberflächlich betrachtet und dank der ständigen Wiederholung überzeugt das Argument. Es wird Panik verbreitet, dass wir die Zukunft nicht meistern können.
Eine genaue Analyse zeigt eine Vielzahl von Schwachstellen auf. Im letzten Jahrhundert wurde unsere Gesellschaft deutlich älter mit stark absinkenden Anteil von Kindern und Jugendlichen. Das war verbunden mit teils massiven Verkürzungen von Lebens-, Jahres- und Wochenarbeitszeit. Parallel steigerte sich der Materille Wohlstand enorm.
Es wird zuviel mit Zahlen gearbeitet ohne sie zu hinterfragen. Die Produktivitätssteigerungen wurden überhaupt nicht berücksichtigt und einfach ausgeblendet. Ebenfalls unberücksichtigt blieb die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Die Erwerbstätigenversicherung ist eine Alternative, da das Strukturprinzip der Generationensolidarität auf einer breiten Grundlage neu begründet wird und somit alle in die Sozialversicherung einzahlen müssen, ob Beamte, Soldaten, Richter usw., hierzu gehören auch die Selbstständigen sowie Freiberufler.
Georg-Rudolf Prack, Erfurt