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Liebe Leser der Inform!

Auf dieser Seite finden Sie einen Auszug von Leserbriefen, die uns nach jeder Ausgabe erreichen. Wir freuen uns über jede Anregung, Kritik oder Lob von unseren Lesern.
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Zum Beitrag „Heinrich Zorn“
(inform Nr. 7/2008)

Diese Situation eines Beamten vergisst ein Teil der Miesere. Denn die KVB (und damit auch die Beihilfe) fährt ihre Leistungen herunter. Es gibt keine Lösung für KVB-Versicherte, diese Leistungslöcher zu stopfen. Auch die Restkostenversicherer haben keine Lust, ihre Leistungen aufzustocken, da sie schon längst kapiert haben, dass ihre KVB Restkostentarife ein Zuschussgeschäft werden, weil junge Versicherte fehlen. Deshalb wäre auch dieses Gehaltsbeispiel noch mit den Belastungen durch die Eigenanteile an den (Gesundheits- bzw. Krankheitskosten zu ergänzen. Denn eine Krankheit wird dieses Ehepaar schnell an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten bringen. Es gibt schon Fälle bei KVB Mitgliedern, die Privatinsolvenz beantragt haben.

Michel Jung-Mazura, per Mail


Anregung für DB Personenverkehr

Dass im Fokus der Bahn der zufriedene Kunde steht und auch deshalb der Kundenservice ausgebaut werden soll, ist im Hinblick auf die Preiserhöhung von besonderer Wichtigkeit. Weil ich auch in diesem Jahr einige Reisen mit der DB unternommen habe, kann ich von der sehr guten Arbeit der Zugbegleiter berichten. Allerdings gibt es auch negative Dinge. So sind die Reservesitze zwischen und in den Fahrradabteilen oft nicht nutzbar, weil sie von Fahrradmassen verstellt sind. Wäre es deshalb nicht möglich, in den Sommermonaten oder generell für Extra-Transportraum nur für Fahrräder zu sorgen? Kritikwürdig sind auch die „Gepäcknetze“ in einigen Abteilen, worauf man zwar seine Brieftasche, Handtasche oder Aktenkoffer zu deponieren vermag, nicht aber „normales“ Reisegepäck, sodass die Gänge von Gepäckstücken oft durchgangslos zugestellt sind. Das mag zwar für die Gesundheit, durch sportliche Einlagen, gut sein. Aber es stellt auch einen Unfallschwerpunkt dar, von der Möglichkeit eines schnellen Verlassens der Abteile, bei einem Notfall, ganz zu schweigen. OB hier nicht Abhilfe möglich ist? Denn Kundenservice wird wohl auch dadurch demonstriert.

Lutz Schönmeyer, Dessau-Roßlau


AVDR

 

Ich habe fast 47 Jahre bei der Deutschen Reichsbahn gearbeitet. Habe auch dort gelernt. Leider musste ich 1990 meinen Arbeitsplatz aus betrieblichen Gründen verlassen. Ich bekam keinerlei Abfindung und bekomme auch keine Betriebsrente. Meine Tätigkeit war im DR-Weichenwerk Brandenburg als Brandschutzinspektor. Das Weichenwerk wurde 1992 von der Deutschen Reichsbahn abgestoßen und wurde eine GmbH. Warum bekomme ich keine Betriebsrente, mein Betrieb war doch die Deutsche Reichsbahn? So wie die ehemaligen Beschäftigten der Deutschen Bundesbahn auf der Grundlage einer vor über 100 Jahren bei den deutschen Staatsbahnen eingeführten Altersversorgung Bezüge erhalten, sollten auch Beschäftigte der ehemaligen Deutschen Reichsbahn behandelt werden.

Günther Liepe, Brandenburg/Havel


Zum Beitrag Arbeitszeit (inform 7/08)

Der Beitrag war sehr interessant und ich pflichte dem Kollegen Hock auch für eine bessere Freizeitplanung/ 1 langes Wochenende bei. Doch die Auffassung ".......denn Samstag wird bei den meisten anderen schon lange nicht mehr gearbeitet, kann ich nicht teilen. Ich selbst arbeite im Handel, im Schichtsystem und ich kenne viele, deren Männer bei der Bahn arbeiten. Doch gerade im Handel wird die Arbeitszeit immer mehr ausgedehnt, Samstag je nach Bundesland bis 20.00 / 22.00 Uhr.
Ein anderes Problem, was immer mehr zunimmt, ist die Rationalisierung in den neuen Bundesländern. Da werden die Familien schön auseinander gerissen. Der Arbeitsort liegt so bei meinem Mann ca. 470 km entfernt. Doch einfach wegziehen? Schwierig, da auch ich hier Arbeit habe (und die offenen Stellen in den alten Bundesländern auch nicht mehr zuhauf zur Verfügung stehen)und die Kinder kurz vor dem Schul-/ Lehrabschluss stehen.

Cornelia Kindler (per Mail)


Minusstunden bei längerer Krankheit

Ich war länger als drei Monate arbeitsunfähig und stellte mit Erstaunen fest, dass sich auf meinem Arbeitszeitkonto eine beträchtliche Anzahl an so genannten "Minusstunden" angesammelt hat, die ich nun nacharbeiten darf. Man ist mit einer (oder wie in meinem Falle mehreren)Krankheiten schon genug "bestraft"- eine solche Maßnahme halte ich für sozial ungerecht und mir fehlt hierfür jedwedes Verständnis!!
eine "Nullbuchung" würde ich noch akzeptieren; wer nicht arbeitet, kann auch keine Stunden ansammeln - aber in`s "Minus" zu rutschen geht eindeutig zu weit.
"Zeit, dass sich was dreht" singt schon Herbert Grönemeyer - hier wäre dringend eine Änderung fällig!!

Ralf Jöckel, per Mail


Generationengerechtigkeit

Der TRANSNET-Vorsitzende Lothar Krauß hat es auf der Bundesseniorenkonferenz auf den Punkt gebracht: Zwischen den Generationen darf es keine Uneinigkeit geben, sondern Jung und Alt müssen an einem Strang ziehen. Ein schlechtes Beispiel vom Gegenteil gab jüngst ein Altbundespräsident und früherer Verfassungsrichter. Vom Ausplündern der Alten gegenüber den Jungen war die Rede, wenn die Senioren – nach drei Nullrunden – ab Juli 2008 sage und schreibe 1,1% Erhöhung ihrer Bezüge erhalten. Ist ihm überhaupt bewusst, wie viele alte Menschen an der Armutsgrenze leben und ihr Lebensstandard von Jahr zu Jahr sinkt, weil die Energie- und Lebenshaltungskosten stetig steigen?! Da das Durchschnittslebensalter der Menschen steigt, vergrößert sich somit auch der Anteil der Älteren an der Bevölkerung. Und so ist ein gutes Miteinander der Senioren und der Jugend, wie es in der TRANSNET schon praktiziert wird, unumgänglich.
Adolf Trepesch, Neunkirchen/Saar

 


Zum Leserbrief von Edith Fürste:

Sehr geehrte Frau Fürste, wenn wir uns auch nicht kennen, so möchte ich doch gerne ein paar Worte zum Trost spenden. Mir ist nur ein Politiker bekannt, den ich sehr achte. Sein Name: Herr Geisler. Er macht den Mund nur auf, wenn er sich vorher informiert hat  oder bereits informiert ist. Meine Hochachtung. Und nun zum Trost nachfolgende Aussprüche: Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Scheu, es mit leerem Kopf zu tun. (Dieter Hildebrandt) Und: Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart. (Curt Goetz)

Günter Schwandt, Berlin


Beamtenpolitik

Man sagte mir im Jahre 1973, dass meine Pension sicher wäre, ich dafür allerdings als Beamter weniger Gehalt bekäme, weil, man muss das ja alles auch finanzieren, salopp gesagt. Ich habe das damals geglaubt. Und habe Kollegen, die mit 55 Jahren finanziell gut gestellt in den Vorruhestand gingen, und nun erkläre mir mal jemand, warum muss ich nicht nur über zehn Jahre länger arbeiten, sondern bekomme dann auch noch weniger Geld als die, die vor mir in Pension geschickt wurden? Und: Dem Beamten wurde das Weihnachtsgeld gekürzt, das Urlaubsgeld gestrichen, obwohl sehr viele Kollegen darauf angewiesen waren; jetzt nimmt der Staat immer mehr Steuergelder ein, warum bitte werden diese Zahlungen an die Beamten nicht wieder aufgenommen oder doch zumindest das Weihnachtsgeld in voller Höhe gezahlt? Hat denn nicht gerade der Beamte in den letzten Jahren reichlich Loyalität gezeigt und  still und genügsam zu allen Kürzungen „ja und amen“ sagen müssen? Interessiert das eigentlich irgendjemanden bei Staat, Arbeitgeber und Gewerkschaften?

Klaus-Dieter Thuy, Bremen


Norbert Hansen

Hansen hat sich selbst unglaubwürdig gemacht. Sein Wort wird keine Gültigkeit mehr haben. Mir scheint er verwirrt, denn er weiß ja nicht einmal mehr, wo er herkommt.

Alfred Jäger, Singen (Hohentwiel)

Nun hat sich Herr Hansen heimlich, still und leise, aber dennoch fluchtartig vom Gewerkschaftsacker gemacht. Der ganze Vorgang hat im Hintergrund ein sehr eigenes, böses „Gschmäckle“ und erinnert sehr deutlich an den sicherlich lukrativen Verkauf eigener Positionen und Auffassungen gegenüber dem schnell gefundenen neuen Arbeitgeber. Ich komme zu dem Schluss: Es handelt sich um den Verrat an der gewerkschaftlichen Interessenvertretung des ehemals höchsten gewählten Funktionsträgers der TRANSNET.

Dieter Hoffmann, Zeulenroda 

Es ist beispielhaft, wie bei Charakterschwäche und entsprechendem Geldfluss heute von Funktionären die Seite gewechselt wird. Dass Hansen nach seiner Berufung zum neuen Personalvorstand der DB AG gleich von Stellenabbau spricht, schlägt dem Fass den Boden aus. Wieder zeigt sich, wie enorm wichtig unsere TRANSNET als Interessenvertretung der aktiven und ehemaligen Eisenbahner ist, um nicht, wie in anderen Bereichen bereits üblich, Frondienste wie im Mittelalter leisten zu müssen.

Horst Kirschbaum, Nussdorf

Offene, ehrliche Gewerkschaftsarbeit – das will ich als Gewerkschaftsmitglied und sog. Funktionär tagtäglich leisten und auch abfordern. Raus aus der Lethargie nach Hansens –Rücktritt. Frust rauslassen – nicht Austritt – ist wichtig! Gemeinsam sollten wir unsere zukünftige Arbeit und unseren Umgang miteinander neu gestalten. Nicht alles war falsch, was wir bisher gemacht haben. Miteinander reden und die Antworten aushalten, auf allen Ebenen!
„Wenn der Wind des Wandelns weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen“ (chin. Sprichwort) Wir sollten die Schutzmauern nicht so hoch werden lassen! Erbauer der Windmühlen – ich bin dabei und bin auf der Suche nach dem richtigen Baumaterial. Ich hoffe, dass ich dabei auf viele „Windmühlenerbauer“ zählen kann!

Uta Trusch, Frankfurt/Oder


Rechtsschutz – Dank an TRANSNET

Meine Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte Erfolg. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die gewerkschaftliche Unterstützung ganz herzlich und möchte Ihnen in diesem Zusammenhang auch Dank aussprechen für die gute Wahl meiner Interessenvertretung. An meinem Verwaltungsstreit kann man exemplarisch festmachen, wie weit „Behördenallmacht“ getrieben werden kann und wie wichtig es ist, sich diesem Gebaren mutig entgegenzustellen. In diesen schwierigen, langwierigen Auseinandersetzungen gewerkschaftliche Unterstützung zu erfahren, lässt sich nach meiner Auffassung am besten mit dem Begriff Solidarität kennzeichnen.

Helmut Stümper, Ockenfels


Renten

Leider wird in dem Artikel (wieder) nicht erwähnt, dass Gelder, die die Versicherten für die Altersversorgung aufgebracht haben, mehrheitlich zum Stopfen von Haus-haltslöchern verwendet wurden. Politiker und Freiberufler wurden/werden hier nicht belastet – sie geben sich aber in den Medien oft als große Rentenkritiker… Wir haben in Deutschland auch Milliarden Beamten-Pensionslasten. Wo bleibt hier z.B. die Kritik?

Horst Wilkes, Osnabrück


Norbert Hansen

Als langjähriges treuer Gewerkschaftsmitglied bin ich doch über Hansens Wechsel erstaunt. Ob seine Entscheidung und der Wechsel der richtige Weg war? Ich bezweifle das sehr! Denn wer jetzt den Karren der DB AG ziehen muss, kann seine gewerkschaftlichen Ideale begraben. Niemand kann wegen eines finanziellen Vorteils seinen angestammten Platz und den seiner Gesinnung wechseln, ohne persönlich und moralisch Schaden zu nehmen. Vom Schaden für den „kleinen" Eisenbahner, sowie dem Schaden für die Gewerkschaften ganz zu schweigen.

Heinz Lapp, Maintal

Wechselt die Türschlösser aus, damit so einer die TRANSNET nicht mehr an den wahren Aufgaben einer Gewerkschaft hindern kann. Ich bin seit 47 Jahren Gewerkschaftsmitglied und seit 37 Jahren in der GdED/TRANSNET. Schade, wenn ich auf meine alten Tage meinen Gewerkschaftsaisweis wegwerfen müsste.

Hans-Peter Muders, Neuwied    


Zukunft DB AG
 
DB Netz, Station&Service; und DB Energie würden schadlose 24,9 % Privat-Einfluss für wirkliche Effizienz durch Mitspracherechte sehr gut tun. Wenn untere Managern und Vorgesetzten die gleichen Personen mitwirken, ändert sich nichts. Arbeit und Leistung, korrektes Arbeiten wird nie belohnt werden – „schleimen“ schon. Das sind meine Erfahrungen, 14 Jahre nach Einführung der DB AG.
 
Karl-Heinz Brenner, Stuttgart
 
Warum verkaufen wir eigentlich nicht die Bundesregierung, wo doch bundeseigene Werte auf die eine oder andere Weise immer wieder zum Verkauf anstehen? Dass die Bahn AG Kapital für Investitionen benötigt, ist klar. Klar ist aber auch, dass die Kapitalgeber dies nur tun, um eine möglichst hohe Rendite daraus zu erzielen. Und so denke ich, dass deren Erwirtschaftung nicht ohne Preisanhebung, Strecken-verkürzungen, Bahnhofsausdünnung und Personalabbau abläuft. Deshalb finde ich die weitgedachte Forderung des TRANSNET-Vorsitzenden Norbert Hansen gut, vertraglich betriebsbedingte Kündigungen bis weit über das Jahr 2020 auszu-schließen. Denn wenigstens die Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben.
 
Lutz Schönmeyer, Dessau 

Renten / Generationenkonflikt
 
Ich beziehe seit dem Jahr 2006 nach rd. 50 Jahren „nicht selbstständiger Tätigkeit“ eine Regelaltersrente. Die Bemessung dieser Rente  basiert auf den hierzu vom Gesetzgeber erlassenen Regelungen. Vor dem Hintergrund dieser somit rechtmäßig erworbenen Anwartschaften weise ich die Unterstellung, zu plündern, auf das Schärfste zurück. Ich finde es ungeheuerlich, vor allem Volk als „Plünderer“ verleumdet zu werden. Ich finde, Herr Herzog sollte besser wissen, wofür die Rentenkasse in den vergangenen Jahrzehnten auf Geheiß der „Politik“ (per Def. auch als Staatskunst bezeichnet) herzuhalten hatte. Oder darf hier der Begriff „geplündert wurde“ angewendet werden? Ich frage mich, ob die Argumentation des Altbundespräsidenten nicht vielmehr geeignet ist, den sozialen Frieden in Deutschland zu untergraben oder gar den Tatbestand der Aufwiegelung erfüllt. Welchen Stellenwert haben z.B. ein Generationenvertrag oder eine Solidar-gemeinschaft noch? Mit „Plünderern“ werden Verträge oder Gemeinschaften doch wohl nicht eingegangen. Anders gefragt: Durch Deutschland sollte doch schon vor Jahren ein „Ruck“ gehen. Nun ist es wohl soweit, Zielscheibe die „plündernden“ Rentner?
 
Reinhardt Philipp, Frankfurt/Main
 
Die Gewerkschaft sieht die Postkartenaktion als einen vollen Erfolg zur Rentenerhöhung von 1,1 % an. Tatsache ist jedoch, und das wird nicht erwähnt, dass wir nur eine Erhöhung von 0,2 % erhalten. Seit dem 1. April 2008 wurde der Beitrag zur Krankenversicherung (BKK Bahn) um 1,3 % (unser Anteil 0,65 %) erhöht. Auch werden wir mit ca. 13 % weniger Rente nie Bürger der BRD werden, das ist Diskriminierung der ehemaligen DDR-Bürger. Wir Rentner können uns nicht wehren. Auch bei Wahlen können wir unseren Missmut nicht zum Ausdruck bringen, denn solange die Vertreter des Volkes nicht gleich behandelt werden wie jeder Bürger, wird sich nichts ändern.

Wolfram Prause, Riesa   


Freifahrten

Ich wohne in Fürstenwalde/Spree, nicht weit von Berlin und Frankfurt/Oder. Alles günstig per Bahn zu erreichen, aber dann ist auch schon Schluss. Verschiedene Privatbahnen beherrschen die Schiene. Freifahrscheine werden nicht anerkannt. Was kommt nach der Teilprivatisierung? Freifahrscheine ade? Die Bahn wird dann ein kommerzielles Unternehmen  und es hat jeder zu bezahlen, will der die Bahn benutzen. Jetzt ist es an unserer Gewerkschaft, diese Sache zu klären.

Günter Tolksdorf, Fürstenwalde


Zum Thema Mobbing
 
„Recht haben und Recht bekommen…“
Dazu meine eigene Erfahrung: Ausgeschlossen zu werden aus der innerbetrieblichen Kommunikation, d.h. mit voller Absicht nicht über wichtige Mitteilungen informiert zu werden, damit logischerweise Fehler auftreten. Das schwierige Aufbauen einer Datenbank zu sabotieren und nicht zuletzt auch die erarbeiteten Dokumente an sich zu nehmen und als eigene Arbeit beim Chef darzustellen, gehört auch dazu. Als Krönung wegen Protests des Gemobbten wird kurzerhand in dessen Arbeitszeiterfassung massiv eingegriffen. Zu sagen ist, dass es sich bei einer der beteiligten Personen um eine Personalrätin handelte. Ein Wehren gegen den Mobbing-Chef bei dessen Vorgesetztem ergab, dass ich zwar in so gut wie allen Punkten Recht habe, aber leider keine bekommen könnte…!
 
„Es geht an die Substanz“
Als Mobbingopfer empfinde diesen Artikel sozusagen als Strohhalm und als Ermutigung, auch weiter durchzuhalten. Seit 2004 werde ich zwei Kollegen - einer ist zwischenzeitlich mein Fachvorgesetzter - nach allen Regeln der Kunst gemobbt. Die beiden Mobber kontrollieren die Kommunikationswege, so dass man mich von der Kommunikation abschneidet, man gibt mir nur mehr äußerst anspruchslose Arbeiten und lässt keine Gelegenheit aus, mich zu demütigen. Um das Ganze überhaupt auszuhalten, begann ich Ende 2006 ein Fernstudium an der FH in Hamburg. Das gibt mir etwas an Selbstvertrauen und Selbstbestätigung zurück. Natürlich habe ich mich in der Vergangenheit auch an den Betriebsrat und an die TRANSNET-Vertretung gewandt. Sehr positiv die Betreuung durch die Kollegen vom Servicebüro. Ich werde nicht davonlaufen und wieder "zum Ort des Grauens" zurückkehren. Denn Mobbing darf nicht zum Erfolg führen! Wie lange ich das noch aushalte, weiß ich nicht.
 
„Zivilcourage schadet der Karriere“
Da ich selbst im letzten Jahr massiv betroffen war, muss ich leider feststellen, dass beim Mobbing durch den Vorgesetzten, der von seinem Vorgesetzten in dem Verhalten unterstützt wird, die " normalen " Wege nicht mehr helfen. Wenn die Ombudsfrau nicht das Gespräch sucht weder mit Opfer noch Täter und schlussendlich telefonisch nicht mehr erreichbar ist, um dann endgültig abzutauchen, werden die Grenzen deutlich, wie im Unternehmen mit dem Thema trotz KBV wirklich umgegangen wird. Erschreckend ist auch, dass zwar viele zutiefst empört sind, aber doch bitte nicht erwähnt werden wollen, denn Zivilcourage gilt als Karriere schädigend.
 
Die Namen sind der Redaktion bekannt

Tarifpolitik
 
Die Diskussion der letzten Monate über bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen für Lokführer lässt m. E. den Aspekt der Besonderheit, auch der gesundheitlichen Voraussetzungen einiger Berufsgruppen im Eisenbahnwesen („Alleindienst besonderer Art“) völlig unberücksichtigt. Tatsache ist, dass z.B. Triebfahrzeugführer oder der Fahrdienstleiter u.a. einer enormen psychischen Belastung durch die hohe Verantwortung ausgesetzt sind. TRANSNET und GDBA haben bereits eine Überarbeitung der Entgeltgruppen in Angriff genommen, was zum jetzigen Zeitpunkt auch unbedingt erforderlich ist. Berücksichtigt werden muss aber auch, dass bestimmte Berufsgruppen eben früher verschleißen und so entweder vorzeitig berufsunfähig werden bzw. vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden müssen.
 
Klaus Stautner, Flörsheim-Dalsheim
 
Hier ist wirklich mal ein Thema angesprochen worden, das der Politik immer schon ein Dorn im Auge war und ist, nämlich das Beamten-Besoldungsgesetz. Denn wenn nicht der beamtete Fahrdienst gewesen wäre, dann stünde der ganze Bahnbetrieb still, die Wirtschaft hätte einen Milliardenverlust erleiden müssen, der nie wieder eingeholt werden würde. Aber dass die Herrschaften in der Politik sich eine Diätenerhöhung von 9,4 % genehmigen, das ist dann recht und billig, denn es flossen ja genügend Steuergelder in das Staatssäcke; nur die Anderen bleiben auf der Strecke– die Beamten und Pensionäre.
 
Klaus-Dieter Dannemann, Hamburg

AVDR

Wenn Ende 1991 eine Entscheidung des Bundestages über die AVDR gefallen ist, dann hat wohl dieselbe Institution die moralische Pflicht, diesen Vorgang rückgängig zu machen. Wenn bisher viele Gesetze der Vorgängerregierung aufgehoben wurden, dann dürfte es doch nicht schwer fallen, dasselbe mit denen aus der Kohl-Ära zu bewerkstelligen. Das Vertrauen auf die biologische Lösung hat sich bisher bestätigt, es sind mittlerweile einige Jahre vergangen. Ein Vergleich meiner Rente (mit FZR-Anerkennung) mit einer Pension von DB-Beschäftigten in annähernd gleicher Tätigkeit würde mir wohl schmerzlich die Augen öffnen.
 
Hans-Joachim Engel, Magdeburg   

Solidarität mit Nokia

Karl-Heinz Zimmermanns Formulierung „eiskalte Abzockermentalität“ ist noch vornehm gegenüber dem, wie man diesen Vorgang nennen könnte. Moral spielt in diesen Kreisen absolut keine Rolle. Aber haben wir die Jahre 1990 ff. vergessen, als im Osten die gesamte Wirtschaft plattgemacht wurde – und das mit Milliarden staatlicher Förderung und höchster Intensität! Damals vergoss kein Politiker Krokodilstränen, im Gegenteil, es ging nicht schnell genug, dass die alteingesessene Wirtschaft sich die Marktanteile sichern konnte. Die Forderung nach strengeren gesetzlichen Regelungen gegen Standortverlagerungen kommt 18 Jahre zu spät.

Egbert Peukert, Serwest
 

Zu Leserbrief in inform Nr. 1/2008 "Bahnsteigwerbung":

Eine Werbung mit ähnlichem Spruch gab es bei der Bahn schon einmal. Damals allerdings hauptsächlich in den Zügen. Der Spruch hieß damals: "Alles schläft - einer fährt". Die damalige Deutsche Bundesbahn machte damit für die Sicherheit im Bahnbetrieb und für Nachtreisen Werbung. Es ist schon komisch, dass nun der Apothekerverband mit ganz ähnlichem Spruch auf Bahnhöfen Werbung macht. Haben die den Spruch vielleicht sogar abgeguckt?
 
Thomas Schad, Stuttgart
 

GDL/Tarifkonflikt
 
Er trägt meinen Namen - nur verstehe ich ihn nicht. Kaum ein Gewerkschaftsführer hat mich je so verärgert, wie Manfred Schell. Ich gehöre mit meinen heute 58 Jahren seit meiner Ausbildungszeit der Gewerkschaftsbewegung an und darf mich seit Jahren für -früher ÖTV und jetzt - ver.di aktiv in Tarifauseinandersetzungen einbringen. Sich selbst so mediengeil in den Vordergrund zu rücken, wie dies der GdL-Führer zum Schaden der Gewerkschaftsbewegung aktiv betreibt, wäre mir und all den mir bekannten ehren- und hauptamtlich tätigen Kolleginnen und Kollegen nie eingefallen. Mit dieser Ablehnungshaltung zu dem Suchen nach einer Tarifeinigung vertritt er sicher nicht mehr das Interesse derjenigen Kolleginnen und Kollegen, von denen er einstmals gewählt wurde. Wer nur das Ziel hat, sein persönliches Profil zu schärfen und dabei den Solidaritätsgedanken aller Gewerkschafter verwirft, insbesondere den der in anderen Bahngewerkschaften, der sollte schnellstmöglich den Weg in den Lokschuppen nehmen und das Feuer aus dem Kessel nehmen.

Rudi Schell, Offenbach


Neues Entgeltsystem

Da auch ich der so genannten jüngeren Generation angehöre, habe ich beständig an Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, auch außerhalb der Arbeitszeit, teilgenommen und somit auch immer mehr Verantwortung übernommen. Aber mit der ersten Entgeltänderung, aufgrund des Einsatzes auf einem höher bewerteten Arbeitsplatz, waren meine persönlichen Zulagen fort. Da liest man dann: „mehr Gerechtigkeit mit neuem Entgeltsystem“ und „persönliche Zulage soll festgeschrieben werden“. Wenn nun aber jemand keine PZÜ mehr hat? Dies bedeutet ja für mich im Umkehrschluss „Bilde dich nicht weiter, und du verdienst mehr als deine Kollegen, die sich auf die Schulbank setzen“. Das soll nicht heißen, dass ich den anderen Kollegen die Zuschläge nicht gönne, ganz im Gegenteil! Aber auch die Kollegen, die den Mut zu Veränderung und zur Verantwortung haben, sollten gerecht entlohnt werden. Mit dem neuen Entgeltsystem sollte wirklich die Chance genutzt werden, den Unterschied zwischen Qualifikation, Verantwortung und Arbeitsleistung finanziell erkennbar darzustellen und diesen nicht wieder durch persönliche Zulagen zu minimieren oder gar zu neutralisieren.

Dirk Sabrowski, Bebra


Ingenieure

Den Artikel "Ingenieure bei der Bahn - Fragebogen geplant" habe ich mit Interesse gelesen und muss dem Inhalt uneingeschränkt zustimmen. Ich erlebe es als Ingenieur, der sich mit umweltrelevanten Problemstellungen auseinandersetzen muss und will genau so. Auf Know-how wird bei "sozialverträglicher Personalreduzierung" durch altersbedingtes Ausscheiden und Nichtwiedereinstellung nach Kindererziehungspausen leichtfertig verzichtet. Andererseits entstehen gut dotierte Stellen im Management. Ich will nicht behaupten, dass das Management keine gut ausgebildeten und motivierten Leute braucht. Die Karrierepfade außerhalb von Führungspositionen finde ich jedoch sehr holprig. Keiner sollte vergessen, dass erarbeitete Managementkonzepte auch technisch umgesetzt werden müssen. Ansonsten sind sie wertlos! Ich werde meine Kollegen ermuntern, den Fragebogen auszufüllen, um mitzuhelfen, der Schieflage der Entwicklung entgegenzuwirken und bedanke mich schon jetzt bei allen an diesem Thema Beteiligten.

Roberto Koschmidder, Schwerin

Bahnsteigwerbung

Seit einiger Zeit sieht man auf vielen Bahnsteigen und sonstigen Werbetafeln eine Aktion des Apothekerverbandes. Sinngemäß mit jeweiligem Bild "alles schläft - einer (bzw. eine) wacht". Ich und andere Kollegen empfinden diese Werbung speziell im Bereich der Bahn, wo täglich rund um die Uhr tausende Koll. ordentlich und zuverlässig ihren Dienst tun, ganz einfach herabwürdigend auch für die Schichtarbeiter anderer Branchen, denn wenn "alles" außer dem Apotheker schläft, sind ja wohl auch alle Schichtarbeiter gemeint. Bei allem Verständnis für Werbung sollte die Firma und die entsprechenden Einnahmen sollte die Fa. die für die Bahnsteigwerbung verantwortlich ist, doch etwas mehr Fingerspitzengefühl bei der Auswahl zeigen.
 
B. Zimmermann
Beamtenpolitik

Ich freue mich ausdrücklich für die Kollegen Tarifkräfte für ihre Lohnerhöhung seit Anfang des Jahres. In unserer Dienststelle arbeiten wir – Tarifbeschäftigte und Beamte – seit langem gut zusammen. Umso gespannter bin ich, was TRANSNET und die anderen DGB-Gewerkschaften für uns Beamte herausholen können. Die letzte Besoldungserhöhung liegt jetzt vier (!) Jahre zurück. Die Preissteigerung geht an den Beamtenhaushalten nicht vorbei. Es ist mehr als Zeit, dass es jetzt den viel beschworenen „Schluck aus der Pulle“ auch für Beamte gibt. Und: Vergesst die Pensionäre nicht! Auch ihre Lebensleistung muss gewürdigt werden!

Klaus-Dieter Schwers, Düsseldorf

Demografischer Wandel

Die Ausführungen von Herrn Dr. Wenning sind interessant zu lesen. Aber welche Realisierungschancen haben seine Vorschläge? Mein Eindruck ist, dass die Anforderungen eher noch steigen und dass es eher schwieriger wird, Familienpflichten und Beruf unter einen Hut zu bringen. Von Seiten unseres Arbeitgebers vermisse ich immer noch den entscheidenden Sprung. Man hat theoretisch kapiert, dass es so nicht weitergehen kann, aber man hat noch keine praktischen Konsequenzen daraus gezogen.

Marc Heine, Hannover

Zukunft der Deutschen Bahn

Im September 1981 habe ich meine Lehre bei der DR begonnen und 1983 als Facharbeiter für Eisenbahntransportwesen beendet. Im Raum des heutigen südlichen Brandenburg habe ich auf verschiedenen Dienstposten auf einigen Bahnhöfen gearbeitet. Viele dieser kleinen Dienstposten sind heute geschlossen und unbesetzt. Wo bleibt da der Dienst am Kunden? Oder ist es gewollt, dass der Kunde auf der Strecke bleibt?

Nun lese ich die Unterschrift der Ausgabe November 2007 "DB AG - Zukunft sichern, Zerschlagung verhindern". Meiner Meinung nach sind die Wörter etwas verdreht und es müsste heißen " DB AG - Zukunft verhindern, Zerschlagung sichern". Das Gleiche spiegelt sich wieder, wenn man die Artikel "Für Lokführer wird ein europäischer Arbeitsmarkt entstehen" und "Wir machen eigentlich alles" in der heutigen Ausgabe liest oder wenn in Presse oder TV über die Tarifpolitik berichtet wird. Sind die deutschen Lokführer dann nicht nur deutschlandweit, sondern europaweit unterwegs? Oder wird der Beruf zum Billiglohn ausgeübt?

Wo führt der Weg UNSERER Bahn noch hin? Ich sehe die Bahn zur Zeit auf einem langen langen Abstellgleis mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Prellbock zu fahren und das geht erfahrungsgemäß meistens nicht gut.
 
Steffen Vogel, Crinitz


Tarifpolitik

Einer der Hintergründe des Tarifkonflikts bei der DB AG ist auch darin zu suchen, dass in den letzten Jahren keine moderate Tarifpolitik betriebe wurde, um die Löhne und Gehälter in etwa der Inflationsrate anzupassen. So wurde das Einkommensgefälle unseren Nachbarn gegenüber (Schweiz, Frankreich usw.) immer größer. Nachdem die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA einen guten Tarifabschluss ausgehandelt hatte, war die GDL nicht bereit, diesen mitzutragen und forderte ihrerseits bis zu 30% mehr für die Lokführer, was letztlich zu einem Streik nur im Personennahverkehr führte, denn im Personenfern- und Güterzugverkehr hatte das Arbeitsgericht Chemnitz erst einen solchen verboten (ein wohl einmaliger Vorgang in der Tarifgeschichte), ihn Anfang November wieder zugelassen. Wenn einzelne Gewerkschaften so ihre Interessen durchsetzen wollen, droht eine Spaltung der Belegschaft, und das darf in unser aller Interesse nicht geschehen.

Adolf Trepesch, Neunkirchen  


Ihr Beitrag in der letzten Ausgabe hat mich zutiefst geschockt. Auf Seite 13 kam der Tf Jens Escherich zu Wort und verglich die Arbeit der GDL mit der Diktatur der DDR. Das ist einfach nur peinlich und hat in einer Gewerkschaftszeitung nichts verloren, sollte der Kollege diese Äußerung tatsächlich getätigt haben, tut es mir für ihn leid, dass Sie dieser deplazierten Äußerung soviel Aufmerksamkeit verschafft haben.
Bisher war ich immer zufrieden mit der Arbeit ihrer Zeitung, in Zukunft werde ich aber genauer lesen. Die Gewerkschaften sollten sich für die Interessen der Arbeitnehmer einsetzen und nicht versuchen sich gegenseitig aus dem Weg zu räumen.

Peter Krause, Gießen

Zum Leserbrief von Dieter Knopp:

Leider muss ich Ihnen sagen, dass ich es nicht angemessen und ein wenig überheblich finde, wenn Sie so über Kollegen urteilen. Außerdem stimmt Ihr Vergleich einfach nicht. Sie behaupten, dass Busfahrer keinen unregelmäßigen Dienstbeginn und –ende hätten. Das ist nicht richtig. Und bitte beachten Sie die Unterschiede der monatlichen Dienstbezüge von einem Busfahrer und einem LokBiZ.

Erich Weißenburger, Aalen

Rentenpolitik

Millionen Rentnerinnen und Rentner werden als Sparschweine der Nation genutzt und für die ostdeutschen Rentnerinnen und Rentner wird die grundgesetzlich festgelegte Angleichung ihrer Lebensverhältnisse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. Im Amtsdeutsch heißt das so: Die Bundesregierung unterstellt in ihren Vorausberechnungen langfristig eine vollständige Angleichung der Lebensverhältnisse in den neuen Bundesländern. Dies bedeutet insbesondere eine Angleichung der Löhne. Die Wertung einer Lebensarbeitsleistung mit der gegenwärtigen Lohnhöhe und ihrer Entwicklung zu verknüpfen, ist meiner Meinung nach wie die Wertung von Lehrern durch die Schüler ohne Umkehrschluss. Und das sollte nicht zum Protest, wo auch immer, führen? Vom Rechtsweg bis zum Veto bei den Wahlen, vom Austausch der Erfahrungen und Kenntnissen bis zu Forderungen an unsere Vorstände, bei Musterprozessen zu unterstützen, sollten alle Möglichkeiten genutzt werden. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren. 

Hans-Jürgen Sill, Güstrow


Tarifpolitik / GDL-Konflikt
Ich bin 85 Jahre alt und stand über 40 Jahre im Dienst der Deutschen Eisenbahn. Einige Zeit war ich A - Gruppenleiter beim Bw Osnabrück Hbf. Zu meiner Zeit schaufelten Männer viele Jahre auf den Lokomotiven Kohlen in die Feuerkisten, bevor sie als  Lokführer  Dienst verrichteten. Natürlich gab es Kilometergeld für schwere Arbeit. Die Maßlosigkeit der jetzigen Zeit war aber  unbekannt. Wo bleibt das Gefühl für eine Solidargemeinschaft? Egoismus von Gruppen sah man selten. Millionen Arbeitsloser fehlt  heute das Verständnis für überhöhte Geldforderungen. Arroganz sollte über Bord geworfen werden. Auf diese Weise wird die moderne Deutsche Bahn zugrunde gerichtet. Dass vom Beamtenbund sogar Streikgelder angenommen werden, ist wohl der Gipfel der Aktionen.

Werner Plumpe, Osnabrück

Das eigentlich empörende an der Strategie der GDL ist, dass hier eine Berufsgruppe als Elite gegenüber allen anderen Eisenbahnern aufgewertet werden soll. Womit wäre denn dieser Status überhaupt zu begründen? Jeder, der die letzten 40 Jahre Eisenbahn miterlebt hat (und dazu zähle ich, denn ich stamme aus einer alten Lokführerfamilie und habe selbst die Lizenz), weiß, dass es seit Dampflokzeiten eine rasante positive Weiterentwicklung auch in diesem Beruf gegeben hat. Sehr viel hat sich seitdem an den Arbeitsbedingungen der Lokführer verbessert. Richtig ist, dass die Verantwortung für Leib und Leben und das Material sehr hoch sind. Aber ist es nicht so, dass all die vielen anderen Eisenbahner nicht weniger Verantwortung tragen – indem sie dafür sorgen, dass der Lokführer ruhigen Gewissens auf seinen „Bock“ steigen kann? Was ist mit den Stellewerkern, was mit den Werkstätten, mit denen, die sich täglich um Weichen und Gleise kümmern? Ist das nicht auch eine Elite, die Verantwortung übernimmt? Und was den Schichtdienst anbelangt, den gab und gibt es bei der Bahn immer und überall. Auch das weiß jeder vorher, bevor er sich für den Beruf des Lokführers entscheidet.
Was jetzt nötig ist, ist Vernunft, die die Oberhand gewinnen muss. Denn eine weitere Eskalation schadet letztendlich der gesamten Bahn und somit auch den Lokführern selbst. Und wenn es einigen in der GDL-Führung doch nicht ohne Denkmal geht, so sollen sie sich eines in den Garten stellen.

Detlef Kaliske, Buchholz i.d.N.  

Bahn-Privatisierung

Sowohl die (sog. Teil-) Privatisierung als auch eine weitere Aufspaltung mit Netzabtrennung sind nicht im Interesse „unserer Eisenbahn“, die zudem weiter von staatlicher Finanzhilfe abhängig bleibt! Die enge Verflechtung bedingt die Zusammengehörigkeit von (Gleis-) Netz und  Traktion. Nur so ist die Betriebssicherheit auf Dauer aber auch Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.
„Unsere Bahn“ ist in dreifacher Form mit dem Volk verbunden: als Eigentümer (Politiker und DB-Vorstand sind bestellte Treuhandverwalter auf Zeit), (Mit-)Finanzierer durch unsere Steuern, Benutzer als Fahrgäste. Deshalb ist die Eigentümergemeinschaft „Volk“ zu ihrem Eigentum zu hören, was mit „unserer Bahn“ geschehen soll. Der seit Beginn der Bahnreform verstärkt betriebene Abbau von Personal, Anlagen und Fahrzeugpark zeigt, wie dringend nötig seit Jahrzehnten fälligen fairen Wettbewerbsbedingungen für Bahnen zu schaffen wären.

Wolfgang Stoffels, Neusäss-Westheim

AVDR  

Warum so viel Gedanken zum Thema AVDR machen? Dieses Problem löst sich doch von ganz allein. Wir brauchen nur so lange zu warten, bis auch dem letzten Reichsbahner das Zeitliche gesegnet hat, und schon sind wir aller Sorgen. Es ist schon eigenartig, dass Gerichte über die Zahlung der AVDR entscheiden sollen. Welches Gericht entscheidet über Preiserhöhungen – die nächsten stehen uns schon ins Haus (Fleisch und die Fahrpläne der Bahn).

Heinz Lehmann, Frankfurt/Oder  

Pflege

Erstmal ein Lob den Machern der inform, dass sie das wichtige Thema Pflege aufnehmen. Das Thema wird sicher immer wichtiger, und es ist gut, dass sich die Politik damit befasst. Nicht nachzuvollziehen ist, dass die CDU hier offenbar bremst. Die zehn Tage bezahlte Freistellung für den Fall, dass man sich um die Pflege von Angehörigen kümmert, wären eine sinnvolle Einrichtung gewesen. In einer solchen Lebenssituation ist man plötzlich mit völlig neuen Herausforderungen und auch psychischen Belastungen konfrontiert. Es wäre dann schon wirklich eine große Erleichterung, wenn man sich nicht auch noch zusätzlich um den Lebensunterhalt sorgen müsste, sondern an dieser Stelle abgesichert wäre. Die Union konnte hier offenbar nicht über ihren Schatten springen. Aus meiner Sicht wird hier ein spezielles Risiko wieder einmal völlig einseitig den Arbeitnehmern auferlegt. Der SPD ist hier nur viel Durchhaltevermögen zu wünschen, um für die Arbeitnehmer hier noch Verbesserungen zu erwirken.

Ralf Müller, München 

Ein Pflege-TÜV wäre wahrscheinlich eine sinnvolle Sache. Aber ganz allgemein muss die Information zu diesem Thema besser werden. Woher soll man als Angehöriger wissen, wie man sich in der Situation verhalten soll, wenn die Eltern plötzlich pflegebedürftig werden? Es ist bestimmt nicht falsch, wenn man solche Prüfergebnisse im Internet veröffentlicht, wie Frau Ferner fordert. Aber es muss auch mehr Informationen durch Menschen geben. Nicht jeder kennt sich im Internet gut aus. Es sollte direkt in den Stadtteilen Anlaufstellen geben, in denen erfahrene Praktiker Ratschläge geben.

Werner Peters, Duisburg
Tarifpolitik

Der Kurs der GDL spaltet leider unsere Belegschaft und es wird mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet. Immer mehr Unmut macht sich unter den Mitarbeitern breit. Wenn es wenigstens eine gerechtfertigte Begründung dafür gäbe, könnte man ja alles nachvollziehen aber jeder, der sich im Betriebsdienst etwas auskennt, weiß, wo die Verantwortung liegt! Mein Arbeitsplatz ist zum Beispiel ein EStw (Elektronisches Stellwerk). Ich leite und überwache momentan den Zugverkehr in einem Bereich von über 30 km, allein! Dies entspricht Regelzugfahrten in fünf Bahnhöfen mit zehn Bahnübergängen auf ein- und zweigleisigen Abschnitten, dazu kommen noch Rangiertätigkeiten in einem Abstellbahnhof! Es gibt ohne weiteres Schichten, wo man nicht einmal dazu kommt was zu essen und das ist keine Seltenheit. Wo vorher vier Fdl Dienst taten, ist jetzt nur noch einer! Wenn uns ein Fehler unterläuft hat das meist gravierende Folgen! Ich will damit nicht sagen, dass der Triebfahrzeugführer keine Verantwortung hat, aber die Relation stimmt einfach nicht und dies scheint einfach keinem in den Sinn zu kommen! Auch viele der Kollegen von Lst oder der Fahrbahn vertreten den gleichen Standpunkt. Sie rücken zu jeder Tages- und Nachtzeit, bei Wind und Wetter aus, um den Betrieb wieder in Gang zu bringen oder durch regelmäßige Wartungen und notwendige Arbeiten aufrecht zu halten. Mir ist klar, dass man bei so vielen Berufsgruppen selten eine Einigung findet, mit der alle zufrieden sein können. Aber es sollte schon gerecht bleiben.

Jens Lagodka, Trier

AVDR

In der letzten TRANSNET-Zeitung wurde von Ihren Bemühungen betr. Altersversorgung DR berichtet. Ich sage Ihnen und dem Zentralen Seniorenrat meinen besten Dank. In den zurückliegenden Jahren wurden von der Bundesregierung Anträge zur AVDR mit dem Argument abgewiesen, dass im Haushalt keine Reserven zur Verfügung stehen. Mit zunehmender Konjunktur und wesentlich höheren Steuereinnahmen hat sich die finanzielle Situation grundlegend geändert! Im Namen der vielen betroffenen Senioren bitte ich TRANSNET und den ZSR, bei allen Parteien im Parlament und bei der Bundesregierung betreff der AVDR erneut vorstellig zu werden. Die noch lebenden Reichsbahner sollten wenigstens eine Abfindung oder eine angemessene monatliche Zulage erhalten.

Manfred Wolf, Dresden

Rauchfreie Züge

Zum ersten September gilt ja das neue Rauchverbot, welches in allen öffentlichen Einrichtungen und Verkehrsmitteln das Rauchen verbietet. Aber immer geht es leider nur darum, wie man die Nichtraucher, besonders vor dem Passivrauchen schützen kann. Wie auch in dem Artikel in der letzten inform. Bitte verstehen sie mich nicht falsch. Ich habe absolut nichts dagegen, dass Nichtraucher besser geschützt werden müssen. Ich betrachte dies sogar als eine Selbstverständlichkeit, der jeder Bürger nachkommen muss. Wie allerdings komme ich als Raucher, sowie viele meiner rauchenden Kolleginnen und Kollegen, zu meiner Zigarette? Vielleicht gelingt es ja der Gewerkschaft gemeinsam mit der Bahn, zu erträglichen Lösungen zu kommen. So dass die Nichtraucher geschützt sind, aber auch wir als Raucher zu „unserem Recht“ kommen!“

Reinhold Wevers, Göttingen

Tarifkonflikt / GDL

Sicherlich gibt es für die Bahnkunden, wie auch für die Eisenbahner, schönere Dinge als einen Streik, der einen ernsthaften Einschnitt in das arbeitstägliche Leben darstellt. Leider ist es aber bislang ohne diesen Arbeitskampf unmöglich, entsprechende niveauvolle Lohnerhöhungen für die Beschäftigten zu erreichen. Stellt sich doch die Frage, weshalb Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht in festgelegten Zeiträumen automatisch an steigenden Gewinnen, mittels moderater Lohnanhebungen, teilhaben lassen?

Lutz Schönmeyer, Dessau   

Ich frage mich, ob den Verantwortlichen der GDL überhaupt bewusst ist, wieivle 31 % sind! Die angeführten Argumente des schweren und verantwortzungsvollen Dienstes der Lokführer lasse ich so allen anderen Eisenbahnern gegenüber nicht gelten! Und jeder Busfahrer – ob bei der Bahn oder privat – ist stärker gefordert und muss reaktionsschneller sein. Extrem schweren Dienst gestehe ich bei Nebel zu, den aber der Busfahrer genauso hat, zumal der Lokführer über die Gleise zu seinem Ziel hingeleitet wird, der Busfahrer aber seinen „Fahrweg“ suchen muss und Gegenverkehr hat, so wie ihn der Lokführre nicht kennt. Außerdem soll bei den überzogenen Forderungen nicht vergessen werden, dass niemand gezwungen wurde, Lokführer zu werden. Schnell wurde noch anderes Fahrpersonal in das GDL-Boot gezogen, um die Kopfzahl zu erhöhen und Macht zu demonstrieren. Die Forderungen nach einem eigenen Tarifvertrag gehören in das Reich der Fantasie.
Vorbildlich haben sich TRANSNET und GDBA bei den Tarifverhandlungen gezeigt.

Johannes Knierim, Bebra  

Die GdL leidet wohl an Größenwahn. Die größte Verantwortung haben da wohl die Fahrdienstleiter, die den Überblick über die Strecken haben und die Signale für die Lokführer auf grün setzen. Wenn die einen Fehler machen, dann kann ein Lokführer nur noch bremsen oder auffahren. Die Lokführer haben sicherlich auch eine Mitverantwortung, was sich ja in der Einstufung bei der Gehaltsgruppe widerspiegelt.
Auch können die Lokführer wie die Fahrdienstleiter nicht einfach auf einer anderen Strecke eingesetzt werden, wenn sie keine Streckenkenntnisse habe, Fahrpersonal schon.
Die Gehaltshöhe der Fahrdienstleiter, die eine Verantwortung wie die Fluglotsen haben, ist in den Betriebszentralen zu gering und da verlangen die Lokführer bis zu 31% mehr Lohn? Die GdL sollte lieber im Team in einer großen Gewerkschaft für bessere Arbeitsbedingungen sorgen - mehr Zeit zwischen den Schichten, mehr zusammenhängende freie Tage, Unterkunft bei Übernachtung mit Essen und ähnlichem. Einzeln kämpfen hat noch nie was gebracht und gemeinsam ist man nur stark.

Name ist der Redaktion bekannt


Sonderzahlungen für Versorgungsempfänger

Nachdem die aktiven Beamten des Bundes die Sonderzahlungen für 2005, 2006 und 2007 erhalten haben, hat jetzt das Land NRW den Versorgungsempfängern und Hinterbliebenen eine Sonderzahlung bewilligt. Die Bundesregierung sollte diesem Beispiel folgen. Zumal diese Gruppe in der letzten Zeit viele Abstriche hat hinnehmen müssen. Z.B. Kürzung der Dezemberzulage, Kürzung der Pensionsgrenze von 75 % abwärts, Erhöhung der Merhwertsteuer und der Pfleversicherungsbeiträge, sowie die bevorstehende Erhöhung der Energiekosten.

Walter Wimmers, Marl


Freifahrten

Arme DB, wie weit bist Du gekommen? Ich möchte als Pensionär (47 Dienstjahre) einen Freifahrschein lösen, Sterbefall, leider unmöglich. Im Kurort Bad Dürkheim ist der Fahrkartenautomat für den Fernverkehr und uns ehemalige seit Monaten außer Betrieb.Ein Mitarbeiter der DB-AG sitzt stundenweise in der ehemaligen FKA, kann mir aber keinen Fahrschein ausstellen. Die Störungsstelle anzurufen ist zwecklos, das haben schon viele vor mir erfolglos gemacht, seine Bemerkung. Mit dem PKW fahre ich zum Bf.Deidesheim, 10 km hin, 10 km zurück und versuche dort eine Karte zu lösen. Der Automat steht voll im Sonnenlicht, zu erkennen ist nichts. Ich kaufe eine Bildzeitung, die ich mir über den Kopf lege als Sonnenschutz und versuche mein Glück. Reisende auf dem Bahnsteig amüsieren sich über mein Verhalten. Eine Reisegruppe will auch ein Ticket lösen, ich unterbreche selbstverständlich. Die Gruppe kommt nicht zurecht, fährt ohne Karte nach Neustadt/W. Ein Treibwagenführer kommt mir zur Hilfe, gibt aber bald auf. Er will den Zustand weitermelden. Nach 3/4 Stunde habe ich es geschafft und fahre Schweißnass und entnervt wieder zurück.
Der Vorstand prahlt mit Erfolgen, lässt Prachtbauten errichten und will an die Börse mit unserer Firma. Was im flachen Land passiert, weiß er nicht, oder will es nicht zur Kenntnis nehmen. Dafür werden Schnapsideen am laufenden Band produziert: z.B. Morgengymnastik in Nahverkehrszügen. Doch dann geschieht noch ein Wunder. Am 28. 06. 07 wird ein neuer, alter, Automat in Dürkheim aufgestellt, prima. Am nächsten Tag versuche ich mein Glück. Alles funktioniert, nur eine Fahrkarte für DB-Mitarbeiter kann nicht gelöst werden. Ob ich mit einem oder zwei Fingern auf die Beschriftung drücke, es klappt nicht.  Der kleine rote Kontrollpunkt zeigt sich nicht. Trotzdem gebe ich die Hoffnung noch nicht auf. Vielleicht hat Herr Mehdorn nach dem Börsengang ein paar Euros über und kauft einen, auch für uns, gebrauchsfähigen  Automaten.

H.K.Prepens,  Bad Dürkheim,


Vereinbarkeit von Beruf und Familie


Vielen Dank für den Artikel "Beruf und Familie" in der inform - Ausgabe vom Mai! Er  hat meinen Kolleginnen und mir ( alles Teilzeitkräfte bei DB Vertriebs GmbH in Kassel ) aus der Seele gesprochen! Wir erfahren jeden Donnerstag, was der Dienstplan für die kommende Woche bereithält, da kann von Montag bis Sonntag zwischen 5.50 und 20.10 Uhr alles drin sein. Wohl denen, die Großeltern für die Kinderbetreuung einspannen können!
Mit meinen 0,25 P bin ich oft 3 bis 4 Wochen wegen Mehrleistungs-Abbau nicht am Arbeitsplatz. Komme ich dann wieder, muss ich dann fast 30 Mails lesen! Wenn man als erste den Schalter übernimmt, kann man früher kommen und sich vorbereiten ( allerdings unter Protestgeschrei der Kunden, warum man nicht endlich den Schalter aufmacht ).
Muss man einen Kollegen ablösen, bleibt zum Lesen keine Zeit mehr, denn der Schalter muss so schnell wie möglich wieder geöffnet werden.  Also hat man " Mut zur Lücke", und geht während der Verkaufsgespräche bei Bedarf zum Nachlesen in das " Einstein "- Programm.
Eine Monats- oder Jahresfahrkarte ist für mich zu teuer, ich löse Einzelfahrscheine. Das sind für jede Schicht  Euro 12.40. Da fährt man auch nicht so gerne zwischendurch an freien Tagen zum Arbeitsplatz zum Informieren. Wie schön wäre es, wenn ich von zu Hause übers Internet Zugang zu "meinen" Info-Mails bekäme, dann wäre ich immer  up to date.
Trotz allem macht mir der Beruf Spaß und der Zusammenhalt unter den Kollegen ist  bei uns super, denn sonst hätte ich schon aufgegeben!

Silke Berge, Kassel


Frauen in technischen Berufen

Mädchen werden umworben, einen technischen Beruf zu erlernen. Wie seiht es dann aber nach der Lehre aus? Werden sie später auch in den Betrieben übernommen und bekommen sie auch den Lohn wie ihre männlichen Mitbewerber? Bei der Bahn kann ich mir das noch vorstellen, aber wie sieht es auf dem freien Markt aus, in kleineren Betrieben, in denen es keinen Betriebsrat gibt? Meine Tochter, gelernte Bäckerin, wurde lange Zeit nicht als Bäckerin bezahlt, sondern bekam einen Tischposten-Lohn, der niedriger war. Seit Oktober 2006 ist sie arbeitslos. Sie hat diverse Bewerbungen geschrieben und ständig Absagen bekommen mit der Begründung: Wir suchen einen männlichen Bäcker, da keine Umkleidemöglichkeiten vorhanden sind, oder die Stelle wurde anderweitig vergeben. Unsere Gesellschaft muss dazu gebracht werden, umzudenken, auch bei der Bahn; auch hier ist einiges im Argen.

Klaus-Dieter Dannemann, Hamburg


Rentenerhöhung

Durch die einheitliche Rentenerhöhung zum 1.7. um 0,54 % steigt die Differenz der unterschiedlichen, d.h. noch uneinheitlichen Rentenwerte (West, Ost) von 3,16 € auf 3,18 €. Damit wird gegen die im GG Artikel 106 geforderte Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet und den im Artikel 3 GG enthaltenen Gleichbehandlungsgrundsatz nach meiner Meinung weiter und verstärkt verstoßen.
Wie wird die nicht volle Anerkennung der Lebensarbeitsleistung einer Minderheit unter den 20 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in den Geschichtsbüchern unserer Nachkommen zu erklären sein? Und das etwa mit Hinweis auf Artikel 1 unseres Grundgesetzes?

Hans-Jürgen Sill, Güstrow


Zum Leserbrief von Adolf Trepesch (Nr. 4/07) ergänzt Werner Lippmann:

Nicht nur hier haben Rentner und Vorruheständler (betrifft nur Arbeiter und Angestellte) das Nachsehen. Sondern auch in anderen Bereichen. So soll der Beitrag für die Pflegeversicherung erhöht werden und dafür die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gesenkt werden. Soweit so gut, nur wir Vorruheständler und Rentner zahlen keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge mehr. Wo bleibt da für uns der Ausgleich? Auf einen weitern Einschnitt in unsere Besitzstände bin ich dieser Tag bei der DB gestoßen. Es wird den wenigsten bekannt sein, dass wir als Vorruheständler und Rentner nur noch bis Ende Juli Auslandsfreifahrten bekommen. Danach kann nur noch die VIP Karte zur Fahrscheinlösung genommen werden. Das bedeutet 50% Zuzahlung. Danke DB für dieses "schöne Geschenk". Dafür haben wir jahrzehntelang im Schichtdienst gearbeitet.

Werner Lippmann, Röslau i. Fichtelgebirge


Rente mit 67

Die derzeitige Rentenpolitik dient der Entlastung der Arbeitgeber und öffentlichen Haushalte zugunsten einer privatisierenden Kapitalgestützten „neuen deutschen Alterssicherungspolitik“. Das Leistungsniveau der gesetzlichen Rente wird heruntergefahren und zwar in Richtung Grundsicherung, wobei der Nachhaltigkeitsfaktor langfristige Rentensteigerungen dämpft. Niedrigverdienste und Arbeitslosigkeit drücken das Rentenniveau bei Millionen Menschen nach unten. Die „Rente mit 67“ ist ein Rentenkürzungsprogramm für die heute Erwerbstätigen und heutigen Rentner. Rentenansprüche zu erwerben wird immer schwieriger. Es erfolgt derzeit ein Umbau des Sozialsystems zum Vorteil für den Finanzmarkt, der den Ton angibt. Der demographische Wandel als Begründung für die Rente mit 67 wird missbraucht. Oberflächlich betrachtet und dank der ständigen Wiederholung überzeugt das Argument. Es wird Panik verbreitet, dass wir die Zukunft nicht meistern können.

Eine genaue Analyse zeigt eine Vielzahl von Schwachstellen auf. Im letzten Jahrhundert wurde unsere Gesellschaft deutlich älter mit stark absinkenden Anteil von Kindern und Jugendlichen. Das war verbunden mit teils massiven Verkürzungen von Lebens-, Jahres- und Wochenarbeitszeit. Parallel steigerte sich der Materille Wohlstand enorm.

Es wird zuviel mit Zahlen gearbeitet ohne sie zu hinterfragen. Die Produktivitätssteigerungen wurden überhaupt nicht berücksichtigt und einfach ausgeblendet. Ebenfalls unberücksichtigt blieb die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Die Erwerbstätigenversicherung ist eine Alternative, da das Strukturprinzip der Generationensolidarität auf einer breiten Grundlage neu begründet wird und somit alle in die Sozialversicherung einzahlen müssen, ob Beamte, Soldaten, Richter usw., hierzu gehören auch die Selbstständigen sowie Freiberufler.

Georg-Rudolf Prack, Erfurt


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